Ein Tag als Coffee to go Becher – Kolumne für nachhaltiges Augenzwinkern

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Ein Tag als Coffee to go Becher - Kolumne für nachhaltiges Augenzwinkern

In dieser Nachhaltigkeits-Kolumne zeigt Nachhaltify exklusive Einblicke in die geheimnisvolle Welt unnachhaltiger Alltagsgegenstände. Folge 1: Schon mal gefragt, was wohl der Coffee to go Becher zur Verschmutzung der Weltmeere sagen würde? Wir bei Nachhaltify stellen solche investigativen Fragen – nie ohne Hintergedanken – immer mit Augenzwinkern.

Kapitel 1 – A day in the life of a fool(ish cup)

„Lieber Coffee to go Becher – vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben. Wir kommen direkt zum Thema und würden gerne wissen, was Sie zum Thema Meeresverschmutzung sagen.“

„Erzähle ich gleich, erstmal muss ich ich ein bisschen Frust loswerden.

WHAT THE CUP. OH MY CUPNESS. Was für ein Start in den Tag 🙈. Eng, wie morgens in der U3 zum Hauptbahnhof hier im Karton mit ca. 10.000 anderen Bechern wie mich.

Ein bisschen aufgeregt bin ich schon, wo es mich jetzt hin verschlägt. Es ist wirklich Zufall, wo man landet. Das lernt man von Anfang an als Baby-To-Go-Becher. Und natürlich macht man sich Hoffnungen auf ein richtig geiles Leben. (träumt)

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giphy.com – Coffee to go becher – GIF 1

Ein Tag auf Malle wäre genial gewesen, aber nach dem letzten Mal umsteigen ist klar, dass es nach Hamburg geht. Ist ok, klingt trotzdem ein wenig nach Abenteuer: „Das Tor zur Welt“ oder wenigsten irgendwo mit guter Aussicht landen. Der Gedanke, in einem dreckigen Bahnhof in den Tag zu starten, wäre schon schön blöd.

Kapitel 2 – Am Ziel der Coffee to go Becher Träume?

Unser Transport hält wieder an. Alle sind aufgeregt und klappern mit den Deckeln.

Blankenese, Winterhude, Eppendorf – man träumt vom kleinen Luxus und süßen Frappuccinos. Oder sexy Reeperbahn – einem echt spannenden Nachtleben, Drinks und Rock‘n roll! Wir haben alle viel vor an diesem besonderen Tag.

Doch es kommt ganz anders.

Kapitel 3 – Der große Tag

Ich werde gekauft, mit einem Edding beschmiert, ausgetrunken und direkt 11 Minuten später weggeschmissen. Was soll man denn in 11 Minuten schaffen?

Man mich angeht: Ich habe es leider nicht geschafft, dass sich meine neue Besitzerin Bianka (?) in mich Single-Use-Product verliebt. Es hätte so schön sein können… (träumt weiter)

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giphy.com – Coffee to go becher – GIF 2

Kapitel 4 – Doch nur einer von 80 Millionen

Die Erkenntnis trifft mich wie ein Wurf aus einem fahrenden Auto. Ich bin völlig austauschbar – doch nur einer von 3 Milliarden Coffee To Go Bechern.

Nachhaltifact: In Deutschland werden pro Jahr ca. 3.000.000.000 Coffee to go Becher verbraucht.

Ein enttäuschend kurzes Leben liegt hinter mir – ohne Glamour, ohne Reeperbahn. Und vor allem ohne Liebe in den 11 Minuten meines Single-Lebens.

Mein ganzes Reallife außerhalb des Kartons umfasst eine lausige Bahnfahrt. Achtlos werde ich von Bianka (?) in einen Papiermülleimer geworfen. Immerhin habe ich noch meinen Plastikdeckel dabei, bin also nicht ganz alleine.

(Jetzt sauer) Ich fühle mich richtig benutzt. Benutzt und dreckig und möchte wieder zurück. Nochmal neu starten.

Wenn es ein Leben nach dem Tod gibt, möchte ich Thermobecher werden – oder wenigstens Bambusbecher*. Obwohl ich diese früher immer so verachtet habe – (äfft nach) immer hübsch ausgewaschen…

Nachhaltifact: Im Jahr 2014 trank jeder Deutsche im Schnitt 162 Liter Kaffee, davon etwa 5% aus Einwegbechern.

(Jetzt richtig sauer) Sorry Nachhaltify, das Interview ist jetzt wirklich vorbei. Ich habe keinen Bock mehr, bin mega enttäuscht, für so einen kurzen Tag überhaupt produziert werden zu sein! Was für eine Verschwendung meiner Lebenszeit – von meinen inneren Werten ganz zu schweigen.

Achja, wie ich die Verschmutzung der Weltmeere finde? Das war ja die eigentliche Frage. Schlimm. Ganz schlimm ist das. Ich finde es super wichtig, sich da zu engagieren. Aber ehrlich gesagt finde ich, die anderen sollten erstmal aktiv werden. Was kann ich alleine schon ausrichten?“

Nachhaltifact: Allein in Berlin sollen täglich etwa 460.000 Coffee to go Becher verbraucht werden.

„Vielen Dank für das kurze Gespräch. Und die Moral von der Geschicht‘: To Go Becher kauf‘ ich nicht!

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Quelle zu den Nachhaltifacts ist die Deutsche Umwelt Hilfe (DUH)

 

Photo by Marion Michele on Unsplash

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