Nachhaltig Leben – 7 Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag

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Ihr wollt endlich nachhaltig leben? Das geht, ist aber zu Beginn – so scheint es zumindest -eine große Herausforderung. Wer versucht, nachhaltiger zu leben, stößt auf einen Berg an Optionen, sein eigenes Handeln zu ändern. Kleine Schritte lassen sich jedoch bereits ohne große Mühe in den Alltag integrieren. Nahezu alle Bereiche des Alltags und eigenen Lebensstils lassen sich in puncto Nachhaltigkeit hinterfragen. Wir wollen Euch in diesem Artikel daher unsere 7 besten Tipps an die Hand geben, um Euren Alltag nachhaltiger zu gestalten.

7 Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag

Nachhaltigkeit als Wort ist zwar in aller Munde, aber was bedeutet es? Der Begriff bezieht sich darauf, die Natur und die Umwelt zu bewahren. Das Prinzip beruht ursprünglich auf einen praktischen Hintergedanken: Der Mensch nimmt nur so viele Rohstoffe wie Holz oder Wasser, wie es dem Ökosystem nicht schadet. So erholt und regeneriert sich die Natur und stellt weitere Ressourcen bereit. Der Begriff hat sich weiterentwickelt. Wer sich heute um einen nachhaltigen Lebensstil bemüht, hat die akuten Probleme der Welt im Hinterkopf: Klimawandel, Müll und Artensterben bedrohen das Gleichgewicht in der Natur. Diese Umweltprobleme resultieren aus dem menschlichen Handeln und beeinflussen die gesamte Biosphäre und die Lebensqualität. Denn Luftverschmutzung oder Wassermangel wirken sich auch auf den Menschen direkt aus.

Am wichtigsten ist es, sich nicht gleich von Anfang an mit Vorhaben zu überfordern. Wer sich mit dem Thema beschäftigt, verliert sich in Bereichen, die das alles umfasst. Zu Beginn helfen kleine Schritte, ein Bewusstsein für die Problematik zu entwickeln. Die folgenden sieben Tipps zeigen leichte Wege, das eigene Verhalten ökologischer zu gestalten.

Nachhaltig leben ohne Auto

Das Auto abschaffen, funktioniert für viele Menschen nicht vollständig. Nicht überall ist das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln eine Alternative zum Auto.

Der Autoverkehr ist ein großer Verursacher für Luftverschmutzung und den Ausstoß von Treibhausgasen. Benzin und Diesel sind fossile Kraftstoffe, die endlich sind. Sie entstehen aus Erdöl, dessen Abbau den Boden verschmutzt. Den Transport und die Verarbeitung begleiten regelmäßig Unfälle, die das Meer und das Land kontaminieren. Nachhaltiger leben geht langfristig nur mit dem Verzicht auf solche Ressourcen.

Wem es nicht möglich ist, gänzlich auf das Auto zu verzichten, nutzt am besten zumindest ab und an andere Transportmittel. Beim Autofahren ist ein benzinsparender Fahrstil umweltbewusster. Es ist ökologischer, das Auto mit Mitfahrern voll auszunutzen. Eine Alternative zum eigenen PKW sind Sharing-Projekte oder Mietwagen. Der erste Schritt kann sein, sich bei einzelnen Wegen zu fragen, ob das Auto jetzt wirklich notwendig ist. Vielleicht ist eine Fahrradtour oder Busfahrt eine machbare Alternative? Wer sich mit dem Thema Mobilität beschäftigt, fängt am besten bei den alltäglichen Wegen an.

Eine nachhaltige Mobilität setzt auf ressourcenschonende Verkehrsmittel. Flugzeuge, Kreuzfahrtschiffe und Autos sind die Transportmittel, die die höchsten Emissionen haben. Die nachhaltigsten Alternativen sind zu Fuß, per Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Wer auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigt oder mit dem Fahrrad Wege zurücklegt, macht einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltig leben. Das Ausweichen auf Bus und Bahn oder das Fahrrad bietet Vorteile: mehr körperliche Bewegung für die eigene Gesundheit, keine Parkplatzsuche und weniger Stress im Stau. Durch den völligen Verzicht auf ein Auto lassen sich Kosten wie die Versicherung und Steuern sparen. Zusammen mit regelmäßigem Tanken und Wartung ist ein Jahresticket bei den regionalen Verkehrsmitteln günstiger als der eigene PKW.

Einen persönlichen Erfahrungsbericht zum Thema und über die Vielfalt der möglichen Alternativen findet Ihr im verlinkten Artikel: Leben ohne Auto.

Nachhaltige Bank & Grüne Geldanlagen nutzen

Auch im Bereich Finanzen stehen nachhaltige Optionen zur Verfügung. Geldinstitute arbeiten mit Geld. Sie investieren, vergeben Kredite und verwalten. Bei vielen Banken ist es für Kunden schwer, nachzuvollziehen, wie sie ihr Geld verdienen. Nachhaltige Geldinstitute setzen auf Transparenz. Sie konzentrieren ihre Geschäfte auf Projekte, die ökologischen und ethischen Richtlinien entsprechen. Diese Richtlinien sind für die Kunden einsehbar. Ökologische Banken zeigen, für welche Geschäfte und Investitionen ihr Geld genutzt wird. Zu den Sparten der Investitionen gehören beispielsweise erneuerbare Energien. Tabu sind Unternehmen, die bekannt sind für Waffenhandel oder Kinderarbeit.

Diese „grünen“ Banken sind eine Alternative zu den großen Geldinstituten, deren Aktivitäten sich vor allem auf die Gewinnmaximierung konzentrieren. Wer nur auf Gewinne achtet, hinterfragt nicht die Auswirkungen von Projekten auf die Umwelt oder Gesellschaft. Die als Ökobanken bekannten Alternativen funktionieren genauso wie die gewohnten Banken. Sie bieten Girokonten, Sparkonten, Tageskonten oder Aktien als Produkte. Mitunter haben Ökobanken weniger günstige Konditionen als klassische Banken. Bei ihnen ist nicht mit so hohen Renditen zu rechnen wie bei anderen Geldinstituten, deren Schwerpunkt auf den Gewinnen liegt. Wer sich diese Konditionen leisten kann, unterstützt mit einem Konto bei einer Ökobank ohne viel Mühe weltweit Projekte. Das Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwelt umfasst auch andere Bereiche wie Versicherungen und Vorsorge. Auch das Thema Grüne Geldanlagen sei an der Stelle noch einmal erwähnt.

Nachhaltige Putzmittel verwenden

Eine günstige Methode, um umweltbewusster im Haushalt zu handeln, ist der Verzicht auf Spezialreiniger und Chemiereiniger. Sie sind aus verschiedenen Gründen nicht nachhaltig: Zum einen gelangen ihre Inhaltsstoffe ins Wasser und es ist eine aufwendige Technik nötig, um sie herauszufiltern. Im schlimmsten Fall bleiben die Stoffe im Wasser und verschmutzen es. Zum anderen sind viele Putzmittel in Plastik verpackt. Ein weiterer Punkt, der gegen industrielle Reiniger spricht, ist ihre Verträglichkeit für die Gesundheit. Übermäßig oder falsch eingesetzt können sie zu Atemreizungen führen. Wer mit den Hausmittelchen nicht die gleichen Effekte wie mit den üblichen Reinigungsmitteln erzielt, setzt diese am besten sparsam ein. Eine umweltfreundlichere Alternative sind biologisch abbaubare und ressourcenschonend verpackte Reiniger.

Schonender sind Haushaltsmittel wie Natron, Essig oder Salz. Sie erzeugen weniger Verpackungsmüll und vielseitig einsetzbar. Vor allem Natron gilt als Universalputzmittel. Mit Natron lassen sich Backofen reinigen, Rohre vor Ablagerungen schützen oder Armaturen putzen. Essig hilft gegen Kalk und Salz ist als Scheuermittel einsetzbar. Wer Stück für Stück die vorhandenen industriellen Putzmittel mit weniger belastenden Mitteln ersetzt, schützt die Umwelt und die eigene Gesundheit. Beginnend bei den Spezialreinigern und Putzmitteln für das Bad lassen sich dann alle Reiniger für den Haushalt umweltschonend ersetzen. Schrittweise wird so der Haushalt plastikfreier und umweltfreundlicher.

Nachhaltige Fashion – Fair oder Secondhand kaufen

Nachhaltig leben fängt beim Konsum an. Jedes Produkt hat vor dem Kauf eine Geschichte: Wie werden die einzelnen Materialien gewonnen? Wie wird das Produkt hergestellt? Wie gelangt es an seinen Verkaufsort und zum Kunden? Das Herstellen von Waren verbraucht Energie und Ressourcen. Daher ist die einfachste Frage für das eigene Konsumverhalten: Brauche ich das wirklich?

Wer sich für den Kauf von neuen Sachen entscheidet, achtet am besten auf die Aspekte der Herstellung. Siegel geben Auskunft darüber, dass Waren ressourcenschonend entstehen. Es gibt unterschiedliche Siegel. Je nach ihrer Aussagekraft sind diese fairen und umweltverträglichen Produkte teurer als diejenigen, die keine Richtlinien beachten.

Eine andere, günstige Option sind Tauschbörsen oder Secondhand-Waren. Mit dem Kauf von Secondhand-Produkten lässt sich Müll reduzieren und Ressourcen schonen. Vor allem im Bereich Kleidung ist das clevere Einkaufen ein wichtiger Schritt zu einem umweltfreundlichen Lebensstil. Der Begriff Fast Fashion kennzeichnet die saisonal wechselnden Modetrends und billig hergestellte Bekleidung, die nicht lange hält. Zu jeder Saison kommen neue Teile heraus und landen wenige Zeit später im Müll. Secondhand-Kleidung, Tauschbörsen oder Kleinanzeigen bieten für annehmbare Preise Mode. Ein weiterer Schritt ist die richtige Pflege für die Textilie. Mit den geeigneten Waschprogrammen und der passenden Aufbewahrung halten Kleidungsstücke länger. Handwäsche kommt dann nicht sorglos in die Waschmaschine, sondern behält durch das schonende Waschen die Farbe und Form.

Daher schadet es nichts, auch mal dem Kleiderschrank auszumisten und sich von nicht mehr getragenen Kleidungsstücken zu trennen. Diese können ja vielleicht zum neuen Lieblingsstück eines anderen Secondhand-Käufers zu werden.

Nachhaltig Leben mit weniger Fleisch

Die Ernährung ist ein großer Bereich, bei dem Ressourcen wie Wasser, Boden und Luft verschmutzt werden. Die Massentierhaltung gilt als größter Verursacher von Treibhausgasen. Für den Anbau von Futterpflanzen für Nutzvieh roden Landwirte Waldflächen, betreiben Monokulturen und schädigen den Boden. Die Nutztiere und ihre Verarbeitung zu Fleisch verbrauchen Unmengen an Wasser, Energie und produzieren ebenfalls Gase.

Ressourcenschonend, umweltfreundlicher und vor allem tierfreundlicher ist es, auf Fleischprodukte aus der Massentierhaltung zu verzichten. Biofleisch aus der Region ist der beste Weg, den Fleischesser gehen können. Biohöfe behandeln die Tiere etwas artgerechter, achten darauf, woher die Futtermittel stammen und lange Transport- und Verarbeitungswege entfallen. Wer nicht auf Fleisch verzichten möchte, versucht am besten, fleischfreie Tage mit Bio-Fleischprodukten einzulegen, und sich grundsätzlich fleischarm zu ernähren. Übermäßiger Fleischkonsum, vor allem verarbeitete Produkte wie Wurst, wirkt sich schädlich auf die Gesundheit und den menschlichen Körper aus. Nur ein- oder zweimal in der Woche Fleisch zu essen, schützt die Umwelt und die eigene Gesundheit.

Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt und ökologischer leben möchte, erreicht das vor allem mit dem Motto: saisonal, regional und selbst gemacht. Denn so entfallen Transportwege, die Emissionen verursachen, einzelne Schritte der Verarbeitung, die Energie verbrauchen und Verpackungsmüll.

Weitere Inspirationen und unseren Saisonkalender für Obst & Gemüse findet Ihr übrigens in unserer Food-Rubrik mit zahlreichen Tipps und Ideen rund um vegetarische und vegane Ernährung.

Mehrwegverpackungen bevorzugen

Eines der größten Probleme für die Umwelt ist Müll. Plastikmüll, verbrannter Müll oder Mikroplastik beeinflussen den Boden, die Luft und das Wasser. Mikroplastik verschmutzt die Meere für den Menschen nicht sichtbar wie Plastikbecher oder anderer Müll. Die Wirkung auf die Wasserqualität und das natürliche Zusammenspiel des Ökosystems ist fatal. Die Lösung ist, weniger Müll zu produzieren. Im Alltag lässt sich das durch den Verzicht auf Einwegverpackungen umsetzen. Wer im normalen Supermarkt einkauft, kommt um Plastikverpackungen kaum herum. Nicht jeder hat Zeit, den örtlichen Wochenmarkt zu besuchen und dort gibt es nicht alle benötigten Produkte. Unverpackt-Läden sind mittlerweile zwar weit verbreitet, aber noch lange nicht überall. Einzelne Initiativen in den Supermärkten greifen das Problem auf. Für Obst und Gemüse stehen Papiertüten und Obstnetze zur Verfügung. Plastiktüten für den Einkauf gibt es nicht mehr gratis. Es empfiehlt sich, auf Stoffbeutel oder Rucksäcke für den Transport umzusteigen. Manche Supermärkte bieten an der Käse- und Fleischtheke an, eigene Behälter zu befüllen.

Ein erster Schritt für den umweltschonenden Einkauf führt in Richtung Mehrweg, dort wo es zumindest möglich ist. Am besten ist es, auf Glas und Papier bei Verpackungen zu setzen, da diese sich am umweltverträglichsten recyceln lassen. Glaspfandflaschen sind schwer, aber besser als PET. Milchprodukte, Getränke oder Konservengemüse sind in vielen Fällen in Glas verpackt verfügbar. Teilweise sind sie sogar Teil eines Pfandsystems. Biomärkte sind bei der Produktion und den Herstellungsprozessen der verkauften Waren häufig umweltbewusster. Bei den Verpackungen besteht allerdings Nachholbedarf. Auch in Bioläden findet sich oft Plastik und Kunststoff in den Verpackungen. Daher gilt, dass egal, wo der Einkauf stattfindet, Kunststoffe zu vermeiden, und Mehrwegflaschen zu bevorzugen sind.

Ökostrom nutzen

Kaum ein Schritt hin zum ökologischeren Handeln im Alltag ist einfacher als der Wechsel des Stromanbieters. Innerhalb von wenigen Minuten lässt sich bequem im Internet der passende Anbieter finden und wechseln.

Kohle, Öl und Gas als fossile Energiestoffe sind nicht nur dreckig durch die ausgestoßenen Emissionen. Ihr Abbau zerstört ganze Landstriche. Atomstrom wäre umweltverträglicher, gäbe es nicht die Frage nach dem Umgang mit dem Atommüll und die Gefahr eines Unfalls. Es widerspricht dem Prinzip der Nachhaltigkeit, Probleme wie die richtige Lagerung des Atommülls folgenden Generationen zu überlassen. Daher ist Atomstrom bisher keine umweltfreundliche Alternative zu Kohle und Gas. Erneuerbare Energien hingegen produzieren weniger Müll und sind ressourcenschonend und klimafreundlich.

Ökostrom entsteht aus Wind-, Sonnen- oder Wasserkraft. Eine weitere Variante der Stromgewinnung ist die aus Biomasse. Da bei der Verbrennung Abgase entstehen, ist die Herstellung nicht so umweltfreundlich wie die anderen drei Methoden. Ökostrom ist mittlerweile nicht mehr teurer als Strom aus fossilen Ressourcen. Bei einem Wechsel ist darauf zu achten, dass es sich wirklich um einen Ökostromanbieter handelt. Viele Stromanbieter nutzen den Begriff und produzieren zugleich Strom aus fossilen Stoffen. Bei einem Wechsel sind die klassischen Tipps zu beachten. Keine Vorkasse und flexiblen Vertragsbedingungen hinsichtlich der Zahlung und Laufzeit versprechen Seriosität. Achtet dabei auch immer auf die renommierten Ökostrom-Siegel.

Nachhaltig leben – Einfach Kleine Schritte machen und anfangen

Nachhaltiger leben ist für viele Menschen mit steigenden Preisen und Mühe verbunden. Aber mit einigen, wenigen Schritten lässt sich das eigene Verhalten umweltfreundlicher gestalten. Wer zuerst ein Bewusstsein dafür schafft, erkennt, dass es nicht nur Verzicht bedeutet. Kleine Entscheidungen kann jeder Mensch ohne große Einbußen treffen. Nachhaltig leben heißt, sich über die Herkunft und die Auswirkungen von Produkten zu informieren. Ein bewussterer Konsum hilft letztendlich, Geld zu sparen oder andere Optionen wahrzunehmen. Nachhaltigkeit führt dazu, die eigene Region, die regionalen Hersteller kennenzulernen und sich neue Themen zu erschließen.

Wer den ersten Schritt wagt, entdeckt viele andere Möglichkeiten, sein Verhalten umweltbewusster zu gestalten. Das trifft alle Bereiche des Alltags ob den Haushalt, die Hobbys oder den Beruf. Warum nicht mal eine neue, grüne Suchmaschine nutzen oder zum Wochenmarkt gehen? Es ist nicht nötig, gleich den gesamten Lebensstil umzukrempeln. Wesentlich effektiver ist es, mit Entdeckerlust neue Sachen auszuprobieren und diese bei Gefallen beizubehalten.

Weitere Anregungen zu mehr Nachhaltigkeit in Eurem Leben dazu findet Ihr übrigens in unserem Artikel Nachhaltigkeit – Was kann ich tun?