Sind E-Autos wirklich umweltfreundlich? Ja, sagt neue Studie!

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Sind E-Autos wirklich umweltfreundlich?

“Sind E-Autos wirklich umweltfreundlich?“ oder „Lohnen sich Elektroautos heute schon?“ Wer hat diese Frage nicht schon einmal gehört? Und wer hat dann gehört „Nein, Elektroautos sind sogar schlimmer als Verbrenner, weil die Batterie eine miserable CO2-Bilanz hat?“ 

Dann gibt es dazu hier im Text ein Gegenargument für die sehr kontroverse Diskussion. Denn eine neue Studie hat ergeben, dass sich Elektro-Autos jetzt schon lohnen.

Ergebnisse der Studie kurz zusammengefasst:

Hauptergebnis der Studie ist, dass das Elektroauto in jedem Szenario über den gesamten Lebensweg hinweg einen Vorteil gegenüber der Benziner- und Dieselmotoren hat.

Der Klimavorteil kann sogar noch deutlich ansteigen, wenn der Ausbau erneuerbarer Energien wächst, weil die Antriebsenergie ein entscheidender Faktor auf die CO2-Bilanz der E-Autos ist.

Die in der Studie genannten „effizienteren Fertigungsprozesse“ finde ich nachvollziehbar, würde ich aber nicht so stark bewerten wie die oberen beiden Punkte. Zudem ist „Effizientere Produktion“ aus meiner Sicht leicht angreifbar als Argument. Denn umgekehrt könnte man auch sagen, dass Verbrenner noch deutlich effizienter werden. Ich finde das vergleichbar mit dem Thema Digitalisierung. Einerseits wird dadurch bspw. viel Papier/Hardware gespart, andererseits verbrauchen die Rechenleistungen Unmengen an Energie.

Die Details der Studie, warum E-Autos wirklich umweltfreundlich sind:

Hinter der Studie steht das Heidelberger Ifeu-Institut, das Institut für Energie- und Umweltforschung. Es wurden darin nicht nur eigene Szenarien aufgestellt, sondern auch 23 bestehende Auswertungen zu Elektroautos ausgewertet, was ich sehr sinnvoll finde.

Im Basis-Szenario wurde ein Elektroauto mit 35-kWh-Batterie mit einem Benziner und einem Diesel verglichen. Der Verbrauch beim E-Auto lag bei 16 kWh und die Anderen bei 5,9 Litern pro 100 Kilometern bzw. 4,7 L/100km (Diesel).

Nach einer Strecke von 150.000 Kilometern lag die Gesamtemission beim E-Auto 24% unter dem des Benziners und 16% unter dem des Diesels. Würde der zum Laden verwendete Strom zu 100% aus erneuerbaren Energien gespeist werden, würde sich der Klimavorteil laut Studie auf etwa 40% verdoppeln.

Warum die Batterie-Herstellung so klimaschädlich ist:

Neben dem Strommix für den Antrieb des E-Autos zählt korrekterweise auch die Emissionen der Herstellung mit in die CO2-Bilanz des E-Autos.

Im wirklich spannenden ARD-Bericht wird deutlich, warum die Herstellung von E-Autos so kritisiert wird. Es geht dabei vor allem um die seltenen Rohstoffe Lithium und Kobalt. Diese werden für die Herstellung der Batterien benötigt, führen beim Abbau aber leider zu schweren Umweltschäden.

Die Hoffnungen der Forscher stehen auch hier vor allem auf zukünftige bessere Produktionen. So können bspw. eine höhere Energiedichte und verbesserte Zellchemie die CO2-Bilanz der Batterieproduktion signifikant senken. Die Forscher zeigen auf, dass sich die Emissionen der Herstellung wahrscheinlich halbieren ließe.

Mein Fazit, ob sich E-Autos wirklich umweltfreundlich sind:

Ehrlich gesagt weiß ich es noch nicht. Für mich sind die Anschaffungskosten tatsächlich auch noch zu hoch. Hinzu kommt, dass wir das Hauptziel verfolgen möglichst wenig Auto zu fahren. 150.000 km, wie in der Studie angenommen, schaffen wir mit unserem Fahrverhalten nicht in 15 Jahren. Das liegt natürlich auch daran, dass wir in Hamburg sehr viele Alternativen haben um nachhaltig unterwegs zu sein.

Wenn ich jedoch Pendler wäre, würde ich sicher ins Grübeln kommen und die aktuelle Studie als Proargument werten. Vor allem die oben aufgeführten Hauptargumente sind für mich einleuchtend. Zudem finde ich es gut, dass die Studie den Hauptkritikpunkt „Batterie-Herstellung“ aktiv angehen und entkräften.

Wichtiger als die Frage, ob E-Autos heute schon klimafreundlicher sind oder nicht ist eigentlich die Frage nach dem Mobilitätskonzept der Zukunft. Nicht nur in Städten muss es darum gehen, dass weniger und kleinere Autos fahren. So sollten Carsharing-Dienste und öffentliche Verkehrsnetze die Gesamtzahl an Autos auf den Straßen reduzieren.

Wir freuen uns auf jeden Fall über alle Verbesserungen und neue Argumente zum Thema Mobilität.

 

Quelle: Autozeitung.de (Zugriff am 6.7.2019), Agora-Verkehrswende.de (Zugriff am 7.7.2019) und ARD „Die Story im Ersten“ (Zugriff am 7.7.2019)

Photo by Vlad Tchompalov on Unsplash

 

 

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