Ja, Garden Gourmet gehört zu Nestlé
Ja. Garden Gourmet ist eine Marke des Nestlé-Konzerns. Die veganen und vegetarischen Produkte im Kühl- und Tiefkühlregal – vom Burger bis zum pflanzlichen Thunfisch – gehören zum größten Lebensmittelkonzern der Welt.
Für viele ist das überraschend. Garden Gourmet tritt betont pflanzlich und modern auf, der Nestlé-Bezug steht meist nur klein auf der Rückseite der Verpackung. Wer bewusst einkauft und wissen möchte, welches Unternehmen hinter einer Marke steht, findet die Verbindung nicht auf den ersten Blick.
Warum das eine Rolle spielt: Nestlé steht seit Jahren in der öffentlichen Kritik. Ob die Konzernzugehörigkeit ein Ausschlusskriterium ist, bleibt eine persönliche Entscheidung – dieser Artikel liefert dafür die Fakten, ohne zu bewerten.
Kurz zusammengefasst
- ✔ Garden Gourmet gehört seit 2007 zum Nestlé-Konzern.
- ✔ Die Marke bietet pflanzliche Fleischalternativen wie Burger, Schnitzel oder Hack.
- ✔ Einige Produkte wurden in den vergangenen Jahren umbenannt oder aus dem Sortiment genommen.
- ✔ Für viele Verbraucher ist die Zugehörigkeit zu Nestlé ein wichtiges Kaufkriterium.
Wem gehört Garden Gourmet?
Garden Gourmet gehört zu Nestlé. Die Marke wurde 1986 in Israel gegründet, ursprünglich beim Hersteller Tivall, der zur israelischen Osem-Gruppe zählte. Nestlé war früh beteiligt und übernahm die Veggie-Marke im Jahr 2007 vollständig in den Konzern.
Die israelische Muttergesellschaft Osem – und damit auch Tivall – ging schrittweise an Nestlé; seit 2016 hält der Konzern sie zu 100 Prozent. In Deutschland läuft Garden Gourmet heute über Nestlé Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main.
Eine Besonderheit betrifft die Tiefkühlpizzen: Seit 2023 führt Nestlé sein europäisches Tiefkühlpizza-Geschäft – zu dem auch die unter dem Namen Garden Gourmet verkauften Pizzen zählen – in einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem Finanzinvestor PAI Partners. Nestlé bleibt daran mit einer Minderheit beteiligt. Das übrige Garden-Gourmet-Sortiment bleibt beim Konzern.
1986
Gründung der Marke in Israel (Hersteller Tivall / Osem-Gruppe)
2007
Übernahme durch Nestlé
2020
Aus dem „Incredible Burger“ wird der „Sensational Burger“
2023
Das europäische Tiefkühlpizza-Geschäft geht in ein Joint Venture mit PAI Partners
Heute
Garden Gourmet bleibt Teil des Nestlé-Konzerns
Warum gehört Garden Gourmet zu Nestlé?
Hinter der Übernahme steht eine klare Geschäftslogik. Der Markt für pflanzliche Ernährung wächst seit Jahren, und Nestlé wollte früh Teil dieser Entwicklung sein. Mit Garden Gourmet sicherte sich der Konzern eine etablierte Marke mit jahrzehntelanger Erfahrung im Bereich Fleischalternativen.
Für ein Unternehmen dieser Größe ist das ein naheliegender Schritt: Wer weltweit Lebensmittel verkauft, erkennt Ernährungstrends früh in den eigenen Absatzzahlen. Der Einstieg ins Pflanzenbasierte ergänzt ein Portfolio, das ohnehin viele bekannte Marken umfasst.
Zur Einordnung – einige der bekanntesten Nestlé-Marken in Deutschland:
- Maggi, Thomy und Buitoni
- KitKat, Smarties, After Eight und Choco Crossies
- Nescafé, Nespresso, Nesquik und Vittel
- Original Wagner (Tiefkühlpizza) und Herta (Minderheitsbeteiligung)
- Purina, Felix und Beneful (Tiernahrung)
Eine vollständige Übersicht führt Nestlé selbst in seinem Marken-A–Z.
Welche Produkte bietet Garden Gourmet an?
Das Sortiment reicht von klassischen Fleischalternativen bis zu gemüsebasierten Produkten. Die wichtigsten Gruppen im Überblick:
- Burger: allen voran der Sensational Burger, das bekannteste Produkt der Marke – der sich auch gut auf dem Grill macht.
- Schnitzel & Nuggets: panierte Alternativen, mittlerweile überwiegend auf Basis von Weizenprotein.
- Hack & Würstchen: veganes Hack, Bratwurst und Aufschnitt für den Alltag.
- Fischalternativen: pflanzlicher Thunfisch („Thun-Visch“) sowie Filet- und Backfisch-Alternativen.
- Gemüsebasierte Produkte: Gemüsebällchen, gefüllte Knuspertaschen und ähnliche Artikel, die kein Fleisch nachahmen.
- Tiefkühlpizza: vegetarische und vegane Pizzen (heute über das europäische Pizza-Gemeinschaftsunternehmen).
Wer sich grundsätzlich für fleischfreie Ernährung interessiert, findet in unserem großen Überblick zur pflanzlichen Ernährung die verschiedenen Formen von flexitarisch bis vegan. Das Angebot von Garden Gourmet verändert sich regelmäßig – einzelne Produkte kommen dazu, andere verschwinden.
Warum sind manche Garden-Gourmet-Produkte nicht mehr erhältlich?
Eine allgemeine Produkteinstellung gibt es nicht. Wer einzelne Artikel im Regal vermisst, stößt meist auf eine dieser Erklärungen:
- Umbenennungen: Der frühere „Incredible Burger“ heißt seit rund 2020 „Sensational Burger“. Das Produkt ist also nicht verschwunden, sondern umbenannt.
- Rezepturwechsel: Bei Nuggets und Schnitzel stellte Garden Gourmet von Soja- auf Weizenprotein um. Ältere Varianten wurden dabei ersetzt.
- Sortimentspflege im Handel: Supermärkte listen Produkte je nach Nachfrage ein und aus. Ein Artikel kann regional erhältlich sein und andernorts nicht.
- McDonald’s „Big Vegan TS“: Der vegane Burger mit Garden-Gourmet-Patty lief von 2019 bis Anfang 2023. McDonald’s Deutschland ersetzte ihn durch den McPlant auf Basis von Beyond Meat – seither liefert Garden Gourmet das Patty dort nicht mehr.
Offizielle Angaben zu einzelnen Auslistungen macht Nestlé in der Regel nicht. Wo keine belastbare Information vorliegt, lohnt der Blick auf die Produktseite der Marke oder eine kurze Nachfrage beim Händler – Spekulationen helfen hier wenig.
Kritik an Garden Gourmet
Die Diskussion dreht sich weniger um die Produkte selbst als um den Konzern dahinter. Nestlé steht wiederholt in der Kritik – etwa wegen der Vermarktung von Babynahrung, dem Umgang mit Wasserressourcen und der schieren Marktmacht. Diese Punkte werden unter anderem von Süddeutscher Zeitung, Tagesschau und Spiegel regelmäßig aufgegriffen.
Daraus ergibt sich ein Spannungsfeld, das besonders in der veganen Community diskutiert wird: Lässt sich ein pflanzliches Produkt guten Gewissens kaufen, wenn der Hersteller zugleich Tierprodukte in großem Maßstab verkauft? Die Gegenposition lautet, dass eine breite Ernährungswende ohne die großen Konzerne kaum gelingt – ihr Vertrieb und ihre Reichweite bringen pflanzliche Alternativen erst in die Fläche.
Ein zweiter, sachlicher Punkt betrifft den Verarbeitungsgrad: Viele Fleischalternativen sind stärker verarbeitet als unverarbeitete pflanzliche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte. Das ist kein Nestlé-spezifisches Thema, sondern gilt für die Produktkategorie insgesamt. Wer darauf achtet, findet in einer ausgewogenen, bewussten Ernährung gute Orientierung.
„Ob die Zugehörigkeit zu einem Großkonzern ein Ausschlusskriterium ist, lässt sich nicht allgemein beantworten – es bleibt eine Abwägung.“
Welche Alternativen gibt es?
Wer Garden Gourmet meiden oder einfach andere Marken testen möchte, hat inzwischen viel Auswahl. Ein grober Überblick, ausdrücklich kein Produkttest:
- Rügenwalder Mühle – Familienunternehmen mit breitem Veggie-Sortiment.
- Beyond Meat – unabhängiger US-Hersteller, bekannt für Burger-Patties.
- Veganz, LikeMeat, Endori – auf pflanzliche Produkte spezialisierte Marken.
- Taifun, Berief – Fokus auf Tofu und Sojaprodukte.
- Handelsmarken – etwa „Vemondo“ (Lidl) oder „K-take it veggie“ (Kaufland), oft günstiger.
Manche dieser Marken sind eigenständig, andere gehören ebenfalls zu größeren Unternehmen. Wer gezielt konzernunabhängige oder rein pflanzliche Hersteller sucht, findet online Übersichten, die die Eigentümerstrukturen aufschlüsseln.
Fazit
Garden Gourmet gehört zu Nestlé – seit 2007, mit Wurzeln in Israel und einem stetig wechselnden Sortiment. Für viele Verbraucher ist diese Konzernzugehörigkeit ein wichtiges Entscheidungskriterium, für andere zählt vor allem, dass pflanzliche Alternativen überhaupt breit verfügbar sind.
Beides ist nachvollziehbar. Wer die Fakten kennt – Eigentümer, Hintergrund, Kritikpunkte und Alternativen –, kann selbst entscheiden, ob und wie oft ein Garden-Gourmet-Produkt im Einkaufskorb landet. Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht – und braucht es auch nicht.
Häufige Fragen zu Garden Gourmet und Nestlé
Gehört Garden Gourmet zu Nestlé?
Ja. Garden Gourmet ist eine Marke des Nestlé-Konzerns und wurde 2007 vollständig übernommen.
Wem gehört Garden Gourmet?
Eigentümer ist Nestlé. Gegründet wurde die Marke 1986 in Israel; über die Osem- und Tivall-Gruppe ging sie an den Konzern.
Ist Garden Gourmet vegan?
Viele Produkte sind vegan, etwa die Sensational-Reihe. Einzelne Artikel sind nur vegetarisch und enthalten zum Beispiel Ei oder Milch. Ein Blick auf die Verpackung schafft Klarheit.
Warum gibt es manche Produkte nicht mehr?
Meist steckt eine Umbenennung, ein Rezepturwechsel oder eine Auslistung im Handel dahinter – nicht das Ende der Marke. Der „Incredible Burger“ etwa heißt heute „Sensational Burger“.
Wo kann man Garden Gourmet kaufen?
Die Produkte gibt es in vielen Supermärkten und bei Discountern, im gekühlten Frischeregal und in der Tiefkühlung. Die Verfügbarkeit einzelner Artikel unterscheidet sich je nach Händler und Region.
Welche Alternativen gibt es zu Garden Gourmet?
Bekannte Alternativen sind unter anderem Rügenwalder Mühle, Beyond Meat, Veganz, LikeMeat und Endori sowie Handelsmarken wie Vemondo oder K-take it veggie.
Quellen
- Nestlé Deutschland: Unternehmensgeschichte (Zeitstrahl) – zur Übernahme 2007
- Nestlé Deutschland: Markenseite Garden Gourmet – zu Sortiment und Markenherkunft
- Nestlé: Medieninformation zum Tiefkühlpizza-Joint-Venture mit PAI Partners (2023)
- Osem Investments / Tivall: Unternehmensinformationen zur Herkunft der Marke (1986, Israel)
Mehr entdecken
- Pflanzliche Ernährung: der große Überblick für den Einstieg
- Vegetarische Grillrezepte – einfach und lecker
- Nachhaltige, ausgewogene Ernährung im Alltag










Oh noes 🙁 Das habe ich auch nicht erwartet…
Ich hatte am Wochenende zum ersten Mal einen Beyond Meat Burger in Berlin – der war großartig! In der Komposition mit Ananas und Chilimayo konnte ich zwar nicht so gut beurteilen, wie nah der Geschmack an Fleisch ist. Lecker war es aber umso mehr!
Man sollte als VeganerIn nur REIN VEGANE Unternehmen unterstützen!
Sonst subventionierten wir Tierfleisch mit! 🙁
Vegane Lebensweise finanziert also im schlimmsten Fall unbewusst Tierqual mit! >:(
Perverse Logik. Ist aber so. o_O
Hier Firmen mit rein veganem Sortiment:
https://vegan-welt.de/wer-steckt-hinter-den-fleischersatzprodukten/
Es sollte also auch ein Symbol, Logo, Prüfzeichen, Labeling geben für rein vegane Hersteller bei Lebensmitteln!
Nicht nur ein Vegan-Zeichen für das jeweilige Produkt!
WER macht sowas?
Die gesamte Produktionskette ist ja wichtig und mehr!
Man muss sowas wie den „tierischen Fußabdruck“, „Tierqual-Index“ (Vegan Root) initiieren, so wie Öko-Fußabdrücke von Wasser, Energie, CO2, usw.
So hätten wir endlich absolute und saubere Konsum-Gewissheit 🙂
lg
—
ps: Dieser „blinde negative Co-Konsum“ ist weitverbreitet und absichtlich intransparent.
Z.B. stecken in vielen Riester-Fonds auch Waffenhersteller und Atomkonzerne…
Ihr finanziert ungewollt Kriege, Tote, Flucht. >:(
FRAGT mal nach!
Hab kürzlich durch Zufall den Sensational Burger mit der neuen Rezeptur gekauft (stand bei Real im reduzierten Bereich). Fand den unglaublich lecker – im Unterschied zu manchem Konkurrenzprodukt – und hab erst danach gesehen, dass Garden Gorumet zu Nestle gehört. Bin seitdem hin und hergerissen…
Die Marke wurde 1986 unter dem Namen Tivall in Israel gegründet. Im Kibbutz „Lochamei Hagettaot“ in Galiläa, übersetzt „die Ghettokämpfer“.
Mir ist die Kritik an Nestle und Co bekannt. Man muss aber dabei bedenken, dass die Ernährungswende nicht ohne die großen Player gelingen wird.