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Saisonkalender Januar – Was gibt es außer Kohl?

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Saisonkalender-Januar-Rosenkohl
Saisonkalender Januar - was gibt es außer Kohl?

Jeder weiß, dass im Januar draußen nicht viel wächst. Wer sich trotzdem fragt, welches Obst und Gemüse aus nachhaltiger Sicht am besten genossen werden kann, findet in unserem Saisonkalender Januar eine einfache Übersicht. Und Spoiler: Es gibt nicht nur Kohl!

Wir zeigen jeden Monat, welches heimische Obst und regionale Gemüse es gibt und welche Lagerware die Auswahl vor allem in den Wintermonaten erweitert. Zusätzlich küren wir jedes Jahr ein Gemüse des Monats und hoffen Euch damit Inspiration für einen gesunden Start ins neue Jahr zu geben.

Ganz unten findet ihr auch eine Übersicht zu allen Saisonkalendern durch das Jahr oder HIER direkt zur Saisonkalender-Übersichtsseite.

Saisonkalender Januar – Obst im Januar

Okay, wir haben jetzt wirklich Januar. Ganz klar, dass die Auswahl an regionalem und saisonalem Obst im Januar kleiner ist als in den Sommermonaten, aber welches Obst gibt es überhaupt? Im Grunde tatsächlich in Deutschland nur folgende zwei nachhaltigen Alternativen.

Saisonales Obst im Januar mit geringer bis mittlerer Klimabelastung (tendenziell eher Lagerware):

  • Äpfel
  • Birnen

Saisonkalender Januar – Gemüse im Januar

Wie sieht es mit Gemüse aus im Januar? Spontan ist im Winter ja immer “Kohlzeit”, aber welchen Kohl gibt es und was für nachhaltige Alternativen gibt es sonst noch im Saisonkalender Januar?

Saisonales Gemüse im Januar mit sehr geringer Klimabelastung:

  • Grünkohl (Freiland)
  • Porree / Lauch (Freiland)
  • Rosenkohl (Freiland)

Saisonales Gemüse im Januar mit geringer bis mittlerer Klimabelastung:

  • Kartoffeln
  • Kürbis
  • Möhren / Karotten
  • Weißkohl
  • Spitzkohl
  • Pastinaken
  • Chicorée
  • Chinakohl
  • Feldsalat
  • Rettich
  • Rote Beete
  • Rotkohl
  • Schwarzwurzeln
  • Sellerie / Knollensellerie
  • Steckrüben / Kohlrüben
  • Wirsingkohl
  • Zwiebeln

Bei den saisonalen Salaten gibt es im Januar die Auswahl zwischen Feldsalat und Rucola, die mit geringer bis mittlerer Klimabelastung in Deutschland angebaut werden können.

Saisonkalender Januar – Gemüse des Monats

Unser saisonales Gemüse des Monats? Der Rosenkohl!

“Auf keinen Fall!”, sagen jetzt die einen. “Oh ja, super!”, die Anderen. Der Rosenkohl ist geliebt wie gehasst und trotzdem auf meiner persönlichen Liste im Januar ganz oben.

Warum gewinnt der Rosenkohl? Weil er nicht nur mit einer geringen Klimabelastung aufwarten kann, sondern weil er mich neu als Ofengemüse überrascht hat. Danke für den Tipp an meine Exkollegin Sophia.

Zubereitungs-Inspiration für Rosenkohl: Früher habe ich den Rosenkohl immer geputzt, unten in den Struck ein kleines Kreuz reingeschnitten, damit er schneller gar wird. So habe ich es von meinen Eltern übernommen. Und jetzt kam Sophia und meinte mittags einmal nebenbei, dass sie den Rosenkohl einfach halbiert und aufs Blech legt, leicht mit Öl und Salz überstreut. Weil ich ein absoluter Fan von Ofengemüse bin, ist der Rosenkohl sofort aufgenommen worden und landet nun sehr regelmäßig neben gemischtem Gemüse auf dem Blech.

In welchem Team seid ihr? Team Rosenkohl oder Rosenkohl-Gegner?

Meine Theorie ist ja, dass man bei vier Leuten am Tisch immer mindestens eine Person von beiden extremen hat – testet das gerne mal aus.

So – und zum Abschluss noch ein Bitte. Wenn ihr Rosenkohl lange nicht mehr gegessen habt, dann gebt ihm noch eine Chance – als saisonales deutsches Superfood. Ganz wichtig dabei: bitte, bitte selbst zubereiten, weil ich ihn bspw. in Kantinen oft schlecht zubereitet finde. Eigentlich ist es nämlich total simpel und trotzdem ist er mir, wenn ich ihn nicht zuhause esse oft zu bitter. Als aller letzten Tipp für Rosenkohl-Skeptiker: am besten ganz kleine Rosenkohl auswählen, denn dieser ist der eigenen langen Erfahrung nach nicht so bitter wie die Großen.

Die Rosenkohl Nährstoffe pro 100g überzeugen aus meiner Sicht übrigens auch:

  • viele Ballaststoffe (4,4 g)
  • viel Vitamin C (112mg), zudem Vitamin A und B-Vitamine
  • viel Eisen (1,1g)
  • wenig Fett (0,4g)

Warum ist regional und saisonal so nachhaltig?

Hier einmal ein paar Informationen zum Hintergrund, warum wir regionales und saisonales Obst und Gemüse in unseren 7 Tipps zu einer nachhaltig ausgewogenen Ernährung aufgenommen haben.

Wir beziehen uns bei der Bewertung vor allem auf den Energiebedarf – dabei wird positiv bewertet, wenn das Obst und Gemüse wirklich frisch angebaut wird und daher wenig Energie braucht um bspw. gelagert zu werden. Bei der Lagerung fällt dann zusätzlich ins Gewicht, wenn die Lagerung in beheizten Gewächshäusern stattfindet.

Da wir in der Übersicht ausschließlich heimisches bzw. regionales Obst und Gemüse aufgenommen haben, entfallen in diesem Vergleich die Transport-Emissionen, die beim Thema Nachhaltigkeit natürlich auch eine Rolle spielen – ebenso wie die Verpackung, die hier ebenfalls unberücksichtigt bleibt. Bei beidem gilt aber grundsätzlich “weniger ist mehr” also weniger Verpackung ist besser und je näher desto besser. Das kann in Rheinland-Pfalz natürlich auch mal die Tomate aus den Niederlanden sein, die man ohne schlechtes Gewissen essen darf 🙂

Abschließend bleibt nur zu sagen, dass es im Saisonkalender Februar leider noch nicht viel besser wird mit der Auswahl, aber Kopf hoch und fleißig Rosenkohl essen!

Saisonkalender Januar bis Dezember

  1. Januar Saisonkalender (Kohlsaison)
  2. Saisonkalender Februar (Porree)
  3. März Saisonkalender (Kartoffel kreativ kombinieren)
  4. Saisonkalender April (Spargelzeit beginnt)
  5.  Mai Saisonkalender (Erdbeerzeit beginnt)
  6. Saisonkalender Juni (Erdbeerzeit in vollem Gange)
  7. Juli Saisonkalender (u.a. Johannisbeeren)
  8. Saisonkalender August (u.a. Waldhimbeeren)
  9. September Saisonkalender (Apfelsaison)
  10. Saisonkalender Oktober (Spitzkohl und Kohlsaison)
  11. November Saisonkalender (z.B. Kürbis)
  12. Saisonkalender Dezember (Grünkohl mal anders)

 

Quelle:
Verbraucherzentrale – Heimisches Obst und Gemüse (Zugriff am 30.12.2019)
Eatsmater – Warenkunde Rosenkohl (Zugriff am 01.01.2020)

 

Gemeinwohlökonomie – Ein neues demokratisches und alternatives Wirtschaftsmodell der Zukunft

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gemeinwohloekonomie ueberblick
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Gemeinwohlökonomie – Was ist das überhaupt?

Die Gemeinwohlökonomie ist eine soziale Bewegung, die sich auf gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Ebene für ein sozial-ökologisch nachhaltiges und demokratisches Wirtschaftssystem einsetzt und dabei einen ganzheitlichen und werteorientierten Ansatz verfolgt. Aus Sicht der Gemeinwohlökonomie sollte sich wirtschaftlicher Erfolg nicht im reinen Finanzergebnis oder der Bilanzsumme, sondern am Beitrag einer Organisation zum Gemeinwohl bemessen. Im Fokus stehen damit Wirtschaftsweisen, die Menschen und Natur, nicht Wachstum und Profit in den Mittelpunkt rücken. Dabei beruft sich die Gemeinwohlökonomie auch auf die verfassungsrechtliche Verankerung des Gemeinwohls als oberstes Ziel des Wirtschaftens.

Welche zwanzig Grundbausteine der Wirtschaftsordnung unterscheidet die Gemeinwohl-Matrix?

  • Menschenwürde in der Zulieferkette
  • Solidarität und Gerechtigkeit in der Zulieferkette
  • Ökologische Nachhaltigkeit der Zulieferkette
  • Transparenz und Mitentscheidung in der Zulieferkette
  • Ethische Haltung im Umgang mit Geldmitteln
  • Soziale Haltung im Umgang mit Geldmitteln
  • Sozial-ökologische Investitionen und Mittelverwendung
  • Eigentum und Mitentscheidung
  • Menschenwürde am Arbeitsplatz
  • Ausgestaltung der Arbeitsverträge
  • Förderung des ökologischen Verhaltens der Mitarbeitenden
  • Innerbetriebliche Mitentscheidung und Transparenz
  • Ethische Kundenbeziehungen
  • Kooperation und Solidarität mit Mitunternehmen
  • Ökologische Auswirkung durch Nutzung und Entsorgung von Produkten und
    Dienstleistungen
  • Kundenmitwirkung und Produkttransparenz
  • Sinn und gesellschaftliche Wirkung der Produkte und Dienstleistungen
  • Beitrag zum Gemeinwesen
  • Reduktion ökologischer Auswirkungen
  • Transparenz und gesellschaftliche Mitentscheidung.

Worauf beruht die Gemeinwohlökonomie?

Die Gemeinwohlökonomie geht auf die gleichen Verfassungs- und Grundwerte zurück, die Verhältnisse zum Erfolg führen: Vertrauensbildung, Zuneigung, Zusammenarbeit, Verbundenheit und Teilen. Nach gegenwärtigen wissenschaftlichen Meinungen sind funktionierende Verhältnisse das, was Menschen am meisten anregt und am zufriedensten macht.

Wie wird der rechtliche Rahmen verändert?

Der rechtliche Antriebsrahmen für die Wirtschaft wird transformiert von Gewinnstreben und Wettbewerb auf Gemeinwohlstreben und Zusammenarbeit. Betriebe werden für gegenseitige Unterstützung und Kooperation belohnt. Wettbewerb ist denkbar, führt allerdings zu Nachteilen.

Wie wird wirtschaftlicher Erfolg in der Gemeinwohlökonomie gemessen?

Wirtschaftlicher Erfolg wird nicht mehr durch Wirtschaftsmittel betrachtet, sondern an den Zielsetzungen. Auf der Makroebene ersetzt das Gemeinwohlprodukt das Bruttoinlandsprodukt als Erfolgsmaßstab; auf der Unternehmensebene löst die Gemeinwohlbilanz die Finanzbilanz ab; auf der Investitionsebene tritt anstelle der Finanzrendite eine Gemeinwohlprüfung aller Kreditinteressenten. Die Hauptbilanz der Betriebe wird die Gemeinwohlbilanz. Je positiver die Gemeinwohlbilanzergebnisse der Unternehmen sind, desto höher ist das Gemeinwohlprodukt. Weisen Unternehmen gute Gemeinwohlbilanzen aus, werden ihnen rechtliche Vorteile gewährt: geringere Steuern, niedrigere Zollsätze, vorteilhaftere Kreditkonditionen, Vorzüge bei der öffentlichen Beschaffung sowie bei Forschungsprogrammen.

Die Finanzbilanz wird zur Mittelbilanz transformiert. Der Finanzgewinn verliert seine Zweckbindung und dient als Mittel, um den neuen Unternehmenszweck zu erfüllen. Bilanzielle Überschüsse nutzt die Gemeinwohlökonomie nach Felber für: konkrete Investitionen mit die Gesellschaft betreffenden und alternativen Wertzuwachs, Ablösung von Krediten, Rücklagen in einer beschränkten Menge; beschränkte Dividendenausschüttungen an die Beschäftigten sowie für zinslose Kredite an Mitunternehmen. Überschüsse dürfen nicht dienen für: Investitionen auf den Finanzmärkten, feindliche Übernahmen anderer Betriebe, Dividendenausschüttungen an Personen, die keine Mitarbeiter der Betriebe sind sowie Parteispenden. Unternehmensgewinne bleiben im Gegenzug unversteuert.

Unternehmen können ihre optimale Betriebsgröße erreichen, weil der Gewinn lediglich ein Instrument, aber kein Ziel mehr beinhaltet. Unternehmen müssen keine Übernahmen mehr fürchten und müssen sich nicht mehr ausdehnen, um größer oder profitabler als die Konkurrenz zu sein. Sämtliche Betriebe unterliegen weder einem Wachstumszwang noch Übernahmerisiko. Deshalb wird es in allen Branchen viele kleine Unternehmen geben.
Da sie keinem Wachstumszwang mehr unterliegen, fällt ihnen die Zusammenarbeit und Verbundenheit mit andere Betrieben leichter. Sie können sie mit Wissen, Aufträgen, Arbeitnehmern oder zinslosen Krediten unterstützen. Im Gegenzug erhalten sie ein gutes Gemeinwohlbilanzergebnis nicht auf Kosten anderer Betriebe, sondern zu deren Vorteil. Die Betriebe bilden vermehrt eine solidarische Lerngemeinschaft und die Wirtschaft profitiert durch eine Win-win-Situation.

Wie wird eine gerechtere Einkommens- und Vermögensverteilung erreicht?

Die Ungleichheiten in der Einkommens- und Vermögensverteilung werden in einem demokratischen Diskurs behoben: die Maximaleinkommen, das Privatvermögen, das Schenkungs- und Erbrecht werden auf bestimmte Höchstbeträge begrenzt. Das übersteigende Erbvermögen wird über einen speziellen Generationenfonds als “Demokratische Mitgift” oder “negative Erbschaftssteuer” an alle Angehörigen der nachfolgenden Generation ausgeschüttet: identisches “Startkapital” stellt mehr Chancengleichheit dar. Der genaue Rahmen soll von einem Wirtschaftskonvent demokratisch festgesetzt werden.

Bei Großunternehmen werden Stimmrechte teilweise und Eigentum schrittweise an die Arbeitnehmer und die Allgemeinheit übertragen. Die Bevölkerung könnte durch unmittelbar gewählte “regionale Wirtschaftsparlamente” repräsentiert werden. Die Regierung soll in öffentlichen Unternehmen nicht mitbestimmen können. Das gilt auch für die Gemeinschaftsbetriebe der Demokratischen Allmenden, die die Daseinsvorsorge wahrnehmen.

Wie ist die Geld- und Währungspolitik konzipiert?

Die Demokratische Bank, die dem Gemeinwohl dient, stellt eine wichtige Demokratische Allmende dar und wird vom demokratischen Souverän kontrolliert. Die Kernleistungen des Bankinstituts sind sichere Vollgeldkonten, Zahlungstransaktionen, ethische Sparbriefe und Kredite sowie die Partizipation an regionalen Börsen des Gemeinwohls. Die Schuldenfinanzierung des Staates erfolgt primär über zinslose Zentralbankkredite. Die Zentralbank hat das Geldschöpfungsmonopol (“souveränes Geld”) inne und ist für den grenzüberschreitenden Kapitalverkehr verantwortlich, um Steuerflucht zu vermeiden.
Eine mit einer weltweiten Verechnungseinheit (“Globo”, “Terra”) ausgestattete globale Währungskooperation ist für den internationalen Wirtschaftsaustausch zuständig. Auf örtlicher Ebene kann die Nationalwährung durch Regiogelder ergänzt werden. Zum Schutz vor unfairem Handel richtet die EU eine faire Handelszone (“Gemeinwohlzone”) ein, in der gleiche Reglements Gültigkeit haben oder die Höhe des Zolls sich nach der Gemeinwohlbilanz des Herstellerunternehmens richtet. Langfristig ist eine globale Gemeinwohlzone als UN-Abkommen geplant.

Welchen Stellenwert hat die Natur?

Die Natur kann nicht privatisiert werden, weil ihr ein Eigenwert zuerkannt wird. Wer Grund und Boden für Wohnzwecke, Produktionszwecke oder für land- und forstwirtschaftliche Zwecke benötigt, kann ein limitiertes Areal kostenlos oder gegen ein Nutzungsentgelt bewirtschaften. Die Hingabe ist an ökologische Bedingungen und an die tatsächliche Verwendung gebunden. Damit gehören Landraub, Großgrundbesitz und Immobilienspekulation der Vergangenheit an. Im Gegenzug wird keine Grundvermögenssteuer erhoben.

Was ersetzt die Wachstumszielsetzung?

Wirtschaftswachstum ist keine Zielsetzung mehr, allerdings die Verminderung des ökologischen Verbrauchs von Personen, Betrieben und Staaten auf ein weltweit nachhaltiges Ausmaß. Die Menschenrechte werden durch ökologische Grundrechte ergänzt: die jährlichen Bioressourcen werden an alle Menschen der Erde als ökologisches Nutzungsrecht verteilt und jährlich dem Öko-Konto gutgeschrieben.

Welchen Umfang hat die Arbeitszeit?

Die Regelerwerbsarbeitszeit wird allmählich auf ein größtenteils gewünschtes Maß vermindert. Dadurch wird Zeit gewonnen für Fürsorgearbeit, Eigenarbeit sowie politische und Gemeinwesenarbeit. Durch diese ausgewogene Zeiteinteilung wird der Lebensstil konsumärmer, ausreichender und nachhaltiger. Ein bedingungsloses Grundeinkommen finanziert jedes zehnte Berufsjahr als ein Freijahr, das die Menschen individuell nutzen können.

Wie wird die Demokratie in der Gemeinwohlökonomie weiterentwickelt?

Die repräsentative Demokratie wird zu einer souveränen Demokratie weiterentwickelt. Der Souverän erhält Souveränsrechte. Diese Rechte ermächtigen den Souverän die Verfassung zu schreiben und zu ändern, eine bestimmte Regierung zu wählen, abzuwählen und zu korrigieren, Gesetze zu initiieren und zu beschließen, Grundversorgungsbereiche zu prüfen, weltweite Verträge in Auftrag zu geben und abzustimmen.

Welche Inhalte hat das reformiertes Bildungswesen?

Um mit den Werten der Gemeinwohlökonomie nach Felber vertraut zu werden und diese Werte auch umsetzen zu können, ist auch der Bildungsbereich gemeinwohlorientiert zu gestalten. Das erfordert eine neue Schulform und andere Lehrinhalte, beispielsweise Gefühlskunde, Wertekunde, Kommunikationskunde, Demokratiekunde, Naturerfahrungskunde, Körpersensibilisierung und Kunsthandwerk.

Welche Führungsqualitäten sind in der Gemeinwohlökonomie von Christian Felber gefragt?

In der Gemeinwohlökonomie werden auch andere Führungsqualitäten gefragt sein. Die rücksichtslosesten, egoistischsten und “zahlenrationalsten” Manager werden nicht mehr gesucht werden, sondern Bürger, die soziale Verantwortung tragen und kompetent sind, Mitgefühl und Empathie zeigen, Mitbestimmung als Möglichkeit und Gewinn betrachten und nachhaltig auf lange Zeit denken. Sie werden die neuen Mentoren sein.

Wie wird wirtschaftlicher Erfolg neu gemessen?

– Volkswirtschaftslehre (Makroebene): Bruttoinlandsprodukt versus Gemeinwohlprodukt,
– Betriebswirtschaftslehre (Mesoebene): Finanzgewinn versus Gemeinwohlbilanz,
– Investition (Mikroebene): Finanzrendite versus Gemeinwohlprüfung.

Fazit

Die Gemeinwohlökonomie stellt weder das beste aller Wirtschaftsmodelle dar noch das Geschichtsende – sie ist lediglich ein nächster denkbarer Schritt in die Zukunft. Durch das gemeinsame Engagement vieler Bürger kann etwas grundlegend Neues kreiert werden. Für die Umsetzung sind jedoch intrinsische Motivation und Eigenverantwortung, rechtliche Anreize, ein ordnungspolitischer Rahmen sowie Souveränsbewusstsein unabdingbar.

Weiterführende Links & Quellen

https://www.youtube.com/watch?v=PBxKPAu8lvA
https://christian-felber.at/artikel/pdf/BuG_175_1-2016.pdf
https://germany.econgood.org/
https://christian-felber.at/buecher/die-gemeinwohl-oekonomie/

Photo by Markus Spiske on Unsplash

Beim Cleanup mitmachen – Ein allgemeiner Ratgeber

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Beim Cleanup mitmachen? Was ist das? Wie geht das und warum überhaupt sollte ich das tun? In diesem Text findet Ihr Gründe, warum man bei solchen Putzaktionen mitmachen sollte. Zumindest einmal zum testen.

In einem weiteren Artikel haben wir einen ausführlichen Erlebnisbericht zu unserer Teilnahme in diesem Jahr geschrieben. Im Rahmen der Aktion “Für ein sauberes Pinneberg” waren wir im Hamburger Westen in Schenefeld unterwegs. Hintergrund war, dass viele Bundesländer am 23.3.2019 zur Putz-, bzw. Aufräumaktion aufriefen – oder Cleanup, wie man heute sagt.

Was genau ist ein Cleanup?

Cleanups sind Aufräum-, bzw. Müllsammel- oder Putzaktionen, bei denen sich ganz normale Menschen treffen, um einen bestimmten Ort von Müll zu befreien. Das kann ein Spielplatz, ein Straßenzug oder ein Strand sein. Es geht nicht darum, eine ganze Stadt komplett von Müll zu befreien – Die Teilnehmer sind nicht so naiv zu glauben, dass nicht einen Tag später wieder Müll in die Natur geschmissen wird. Es geht eher darum, überhaupt etwas positives für die Umwelt zu tun.

An Cleanups teilnehmen heißt: Aktiv werden, Vorbild sein und andere zum Nachdenken und Nachmachen anzuregen.

Warum soll ich bei einem Cleanup mitmachen?

Ganz einfach: weil wir Menschen für den Müll verantwortlich sind.

Dafür kann es sehr gute oder schlechte Gründe geben, aber es ändert nichts an der Tatsache. Da wird aus Gedankenlosigkeit doch die Zigarette auf den Boden geworfen, obwohl viele Raucher eigentlich drauf achten. Schon mal gehört?

Ein weiterer Grund kann echtes Versehen sein. Keiner merkt es, wenn unbemerkt ein Taschentuch oder Bonbonpapier aus der Tasche fällt.

Oder es gibt die Unwissenheit, wenn jemand glaubt, “dass für den Müll schon jemand zuständig ist”. Dazu direkt meine klare Meinung: Die Müllabfuhr kann die Mülltonnen wegfahren, kann aber nicht alle Gebüsche und Straßenränder per Hand säubern. Der Müll an den Straßenrändern, in Büschen, auf Wiesen und in den Wäldern kommt von uns und sollte gar nicht erst dort landen.

Zusätzlicher Grund: Es gibt ein gutes Gefühl sich zu engagieren und andere aktive Menschen zu treffen, die das aus denselben Gründen tun! Genau aus diesem Grund schreibe ich hier über das Thema. Ich möchte Fragen beantworten und mögliche Barrieren abbauen. Schreibt uns gerne direkt an, wenn ihr Fragen habt. Einfach hier im Kontaktformular oder über Instagram.

Wie meldet man sich zu einer Aufräumaktion an?

Grundsätzlich gilt, dass jede helfende Hand willkommen ist. Einfach kurz informieren, ob in deiner Stadt ein Cleanup stattfinden. Termin rausfinden und einfach vorbeikommen.

Eine Anmeldung kann aber aus organisatorischen Gründen sinnvoll sein, da sie dem Organisator hilft, besser planen zu können. So kann sichergestellt werden, dass es genug Handschuhe, Greifzangen, Eimer oder Müllsäcke für alle Helfer gibt.

Wer möchte, kann auch seine eigenen Arbeitshandschuhe mitbringen. Nachhaltig ist auch, die Handschuhe von der letzten Sammelaktion zu nutzen, denn natürlich braucht man nicht bei jedem Mal Neue.

Motivation, ggf. Anmeldung und Handschuhe reichen in meinen Augen, um spontan als Helfer überall bei einem Cleanup mitmachen zu können.

Praxis-Tipp: möglichst feste Handschuhe wählen, weil auch oft Scherben beseitigt werden müssen. Man muss natürlich keine Scherben aufsammeln, wenn man Angst vor Verletzungen hat (Sicherheit geht vor), es gibt sonst immer auch genügend Zigarettenstummel und Plastikmüll.

Wo finde ich Cleanups zum mitmachen in meiner Nähe? (Liste)

Im Folgenden findet ihr eine Liste von Non-Profit Organisationen, Verbänden und Vereinen, die wir zu dem Thema finden konnten. Die Liste soll Euch Inspiration geben und wird laufend ergänzt. Schreibt uns gerne für weitere Empfehlungen, direkten Kontakt haben wir als Hamburg bisher zu den Leuten von CUYA.

Unser Organisations-Tipp: einfach “Cleanup (DEINE STADT)” eingeben, in der Suchmaschine deiner Wahl (z.B. https://www.ecosia.org/). Das ist wirklich der beste Weg um gleichgesinnte in deiner Stadt, deinem Ort oder auf deiner Insel zu finden.

Gibt es offizielle Cleanup Days?

Da es sich um freiwilligen Aktionen handelt, gibt es keine offiziellen Cleanups. Das Internet schafft jedoch eine eine schnelle Vernetzung, sodass global genutzte Kampagnen-Hashtags schnell auch in Deutschland Menschen aktivieren. So gibt es einen World Cleanup Day, der jedes Jahr im Herbst stattfindet.

Deutsche Infos zum internationalen World Cleanup Day findet ihr hier auf “Deutschland macht” (Link – aktualisiert am 14.9.2021 – https://deutschlandmacht.de/)

Hier findet ihr direkt auf der Website auch eine interaktive Liste in der ihr sehen könnt, ob Eure Stadt schon aktiv ist und wo genau jetzt schon Aktionen geplant sind.

Wie organisiere ich selbst eine Cleanup Aktion?

Wen es nach diesem Artikel nicht mehr auf dem Sofa hält und wer nicht bis zum World Cleanup Day im Herbst warten kann, kann natürlich selbst eine Aktion starten. Über die vom Umweltbundesamt geförderte Aktion Let’s Clean Up Europe (Link: https://letscleanupeurope.de/aktion-organisieren/) findet ihr Informationen, Karten und Kontakte.

Und wenn ihr im Herbst beim World Cleanup Day selbst ein Cleanup-Team leiten wollt, findet ihr hier eine tolle Checkliste. (Link aktualisiert am 14.9.2021)

Mein Fazit zur Frage “Beim Cleanup mitmachen?”

Zumindest einmal ausprobieren, sage ich immer. Informiert Euch und probiert es einfach mal, beim World Cleanup Day dabei zu sein. Fragt 1-2 Freunde, von denen ihr wisst, dass sie Müll vermeiden oder besonders auf die Umwelt achten und startet gemeinsam.

Aufruf: Nachhaltiger Umgang mit Elektrogeräten – Eure Erfahrungen und Ideen sind gefragt!

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Unser Konsum und der Umgang mit Elektrogeräten haben direkte Auswirkungen auf unsere Zukunft: Wir kaufen immer mehr elektronische Geräte, nutzen diese aber kürzer.

Noch funktionstüchtig, wird das nur wenige Jahre alte Smartphone schon wieder entsorgt und dabei selten richtig recycelt. Auch viele weitere alltägliche Begleiter (Fernseher, Waschmaschinen, etc.) stecken voller wertvoller Ressourcen, die oft zu selten den Weg zurück in den Kreislauf finden. Vor dem Hintergrund der globalen Ressourcenknappheit wird das Recycling von Elektrogeräten und die damit verbundene Bereitstellung von Sekundärrohstoffen, wie z.B. Metalle aus Elektroaltgeräten aber immer wichtiger. Die Corona-Krise verstärkt die Notwendigkeit zum Recycling aktuell nur noch weiter – erwartet wird eine partielle De-Globalisierung und eine Verkürzung von Lieferketten im Hinblick auf die künftige Versorgungssicherheit.

Neben technischen und wirtschaftlichen Fragen in Bezug auf eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft sind erhebliche gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern. Der Frage, wie eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft für Elektrogeräte in einer bestimmten Region aufgebaut werden könnte, widmet sich das Projekt „Innovationsregion Harz: Nachhaltige Kreislaufwirtschaft“.

Wer steckt hinter dem Projekt und was ist unser Ziel?

Das Projektteam setzt sich konkret aus einer gemeinsamen Initiative der Technischen Universität Clausthal, der Hochschule Nordhausen und des REWIMET e.V. zusammen. Ziel des Projekts ist, die Abfallmengen zu reduzieren, das Recycling zu fördern und sorgsamer mit unseren knappen Ressourcen umzugehen. In diesem Projekt betrifft das vor allem Metalle (auch seltene Erden), die aus Elektroaltgeräten zurückgewonnen werden sollen. Dazu bedarf es auch einer Verbesserung der Sammelquote. Also nicht alles irgendwo im Hausmüll entsorgen, sondern auch genau gucken, was kommt wohin.

Gefördert wird das Vorhaben durch das Förderprogramm WIR! – Wandel durch Innovation in der Region des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Im Rahmen einer 9-monatigen Konzeptphase wollen wir Ideen erarbeiten, um Innovationen im Bereich der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft von Elektrogeräten auf den Weg zu bringen.

Und hier kommt Ihr ins Spiel:

Welche Erfahrungen habt Ihr bisher mit dem Thema gemacht? Was sind Eure innovativen Ideen zu dem Thema Recycling von Elektrogeräten? Was würdet Ihr am bestehenden System ändern?

Schreibt uns gerne in die Kommentare oder per Mail an ! Wir freuen uns auf Eure Ideen und Antworten und werde diese direkt an das Projektteam weitergeben.

Photo by Eirik Solheim on Unsplash

Welttierschutztag – 7 einfache Tipps für mehr Tierschutz

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Einfache Tipps für mehr Tierschutz - zum Welttierschutztag am 4. Oktober

4. Oktober = Welttierschutztag. Passend dazu gibt es heute 7 einfache Tierschutztipps – für Tierfreunde und alle, die es werden wollen. Denn heute am 4.10., dem Tag des Heiligen Franziskus von Assisis, feiern Tierschützer seit 1931 weltweit einen “Schutzpatron der Tiere” und machen aktiv auf Missstände beim Tier- und Artenschutz aufmerksam. Seid ihr auch dabei? Wir sind es auf jeden Fall.

Artenschutz ist neben Umweltschutz eines der zentralen Themen von Nachhaltify und Grund für unsere Website (Link zur Rubrik Tierschutz) und daher auch Ziel unserer Spenden (Link zu unserem Engagement).

Aber was kann man denn nun tun um sich direkt für Tiere zu engagieren? Wie starte ich beim Thema Tierschutz? Was kann ich tun, wenn ich kein Geld ausgeben möchte oder kann?

Antworten zu diesen und weiteren Fragen findest Du in unserem kleinen Ratgeber mit insgesamt 7 Tipps, um vielleicht gerade heute, am Welttierschutztag, mit dem Thema zu starten?!

Ratgeber: 4 einfach Tipps für mehr Tierschutz, die nichts kosten

  1. Achte auf Tierschutz – bei jedem Einkauf. Klingt banal, ist aber durchaus schwierig.
    Das ist nämlich sowohl an Tieren getestete Kosmetik, aber auch Eier aus Massentierhaltung. “Tierwohl”-Label bedeuten nicht nicht wirklich, dass es den Tieren richtig gut geht, nur weil Tiere nur einige Quadratmeter mehr Platz haben. Daher kann man grundsätzlich empfehlen, dass beim Tierschutz “je weniger Fleisch und Tierprodukte, desto besser” gilt. Und wenn ihr Fleisch oder andere Tierprodukte kauft, empfehlen wir auf hochwertige Biosiegel zu achten um ganz explizit Massentierhaltung zu vermeiden. Und bei Kosmetik lohnt sich einmal ganz besonders auf die Beschreibung “vegan” zu achten.
  2. Achte bei Deinem Haustier auf möglichst artgerechte Haltung – also natürlich keinen Husky mit extremen Bewegungsdrang für die kleine Wohnung. Klar. Es gehört aber auch dazu neben ausreichend Platz auf passendes Futter und ausreichend Kontakt zu Artgenossen zu achten. Und es gehört auch dazu sich selbst zu hinterfragen, ob das eigene Haustier wirklich genug Zeit und Aufmerksamkeit bekommt.
  3. Aufgepasst bei Tierquälerei! Denn Aufmerksamkeit im Alltag kann helfen sich für Tiere einzusetzen, denen es nicht so gut geht. Damit meinen wir vor allem Beobachtungen von Tierquälereien oder nicht artgerechter Tierhaltung. Je nach Ort und Situation gibt es hier mehrere Möglichkeiten um aktiv zu werden: so kannst Du die Person ansprechen, melden oder andere Personen zur Hilfe rufen um auf die Situation aufmerksam zu machen.
  4. Engagier Dich als Helfer. Wer mehr Zeit als Geld hat kann sich auch ohne eigene Tiere in Hierheimen als ehrenamtlicher Helfer engagieren. Diesen Vereinen helfen neben Spenden nämlich auch helfende Hände, wie zum Beispiel beim Gassigehen.

Ratgeber: weitere Einsteigertipps zum Welttierschutztag

5. Spenden hilft immer – wenn sie ankommt. Natürlich ist Spenden immer eine gewisse Vertrauenssache, daher empfehlen wir in diesem Punkt Dich einfach mal zu informieren. So bietet bspw. das Spendenportal des Tierschutzbundes viele Antworten zum Thema Spende.

6. Auf der Suche nach einem Haustier? Dann ist unser nächster Tipp sich vor dem Kauf zumindest kurz über das Thema “Heimtiere adoptieren” zu informieren. Freunde von uns haben einen Hund aus dem Ausland adoptiert und waren extrem zufrieden mit der Organisation. Weil der Hund nicht nur gesundheitlich gecheckt wurde sondern auch das Sozialverhalten mit anderen Menschen und Hunden über einige Wochen beobachtet wurde. So konnten sie einer einsamen Hündin ein neues Zuhause schenken und selbst das Risiko minimieren, dass der Hund zu wild oder gar aggressiv für ein Familienleben mit kleinem Kind.

7. Bienen und andere heimische Insekten und Tiere unterstützt Du nicht nur mit gepflanzten Blumen sondern vor allem auch mit Nistmöglichkeiten.
Steinhaufen, altes Holz, ein abgestorbener Ast am Baum oder ein Laufhaufen. Das alles bietet kleinen Tieren Nahrung, Schutz und Überwinterungsmöglichkeiten.

Also jetzt im Herbst bitte nicht alle Blätter einsammeln, sondern mindestens eine kleine “wilde Ecke” für Igel, Frösche und deren Freunde vorhalten.

Fazit zum Welttierschutztag

Wie immer gilt bei Nachhaltify: wenn sich auch nur ein paar Leser unserer Artikel motiviert fühlen sich noch weiter zu informieren, dann hat sich die Zeit für diesen Artikel schon gelohnt.

Wir erwarten keine Spenden an Tierschutzorganisationen oder Haustieradoptionen, wir freuen uns aber über alle, die sich erst aktiv informieren wollen und selbst noch weiter machen wollen. Denn leider, leider gibt es zu viel Tierleid auf dieser Welt. Dafür setzen wir uns heute am Welttierschutztag besonders gerne ein.

Vielen Dank für Deine Zeit.

Quelle:

Welttierschutztag: Tierheime brauchen Hilfe (Zugriff am 4.10.2020)

Photo by Eric Ward on Unsplash

Nachhaltig Leben – 7 Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag

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Ihr wollt endlich nachhaltig leben? Das geht, ist aber zu Beginn – so scheint es zumindest -eine große Herausforderung. Wer versucht, nachhaltiger zu leben, stößt auf einen Berg an Optionen, sein eigenes Handeln zu ändern. Kleine Schritte lassen sich jedoch bereits ohne große Mühe in den Alltag integrieren. Nahezu alle Bereiche des Alltags und eigenen Lebensstils lassen sich in puncto Nachhaltigkeit hinterfragen. Wir wollen Euch in diesem Artikel daher unsere 7 besten Tipps an die Hand geben, um Euren Alltag nachhaltiger zu gestalten.

7 Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag

Nachhaltigkeit als Wort ist zwar in aller Munde, aber was bedeutet es? Der Begriff bezieht sich darauf, die Natur und die Umwelt zu bewahren. Das Prinzip beruht ursprünglich auf einen praktischen Hintergedanken: Der Mensch nimmt nur so viele Rohstoffe wie Holz oder Wasser, wie es dem Ökosystem nicht schadet. So erholt und regeneriert sich die Natur und stellt weitere Ressourcen bereit. Der Begriff hat sich weiterentwickelt. Wer sich heute um einen nachhaltigen Lebensstil bemüht, hat die akuten Probleme der Welt im Hinterkopf: Klimawandel, Müll und Artensterben bedrohen das Gleichgewicht in der Natur. Diese Umweltprobleme resultieren aus dem menschlichen Handeln und beeinflussen die gesamte Biosphäre und die Lebensqualität. Denn Luftverschmutzung oder Wassermangel wirken sich auch auf den Menschen direkt aus.

Am wichtigsten ist es, sich nicht gleich von Anfang an mit Vorhaben zu überfordern. Wer sich mit dem Thema beschäftigt, verliert sich in Bereichen, die das alles umfasst. Zu Beginn helfen kleine Schritte, ein Bewusstsein für die Problematik zu entwickeln. Die folgenden sieben Tipps zeigen leichte Wege, das eigene Verhalten ökologischer zu gestalten.

Nachhaltig leben ohne Auto

Das Auto abschaffen, funktioniert für viele Menschen nicht vollständig. Nicht überall ist das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln eine Alternative zum Auto.

Der Autoverkehr ist ein großer Verursacher für Luftverschmutzung und den Ausstoß von Treibhausgasen. Benzin und Diesel sind fossile Kraftstoffe, die endlich sind. Sie entstehen aus Erdöl, dessen Abbau den Boden verschmutzt. Den Transport und die Verarbeitung begleiten regelmäßig Unfälle, die das Meer und das Land kontaminieren. Nachhaltiger leben geht langfristig nur mit dem Verzicht auf solche Ressourcen.

Wem es nicht möglich ist, gänzlich auf das Auto zu verzichten, nutzt am besten zumindest ab und an andere Transportmittel. Beim Autofahren ist ein benzinsparender Fahrstil umweltbewusster. Es ist ökologischer, das Auto mit Mitfahrern voll auszunutzen. Eine Alternative zum eigenen PKW sind Sharing-Projekte oder Mietwagen. Der erste Schritt kann sein, sich bei einzelnen Wegen zu fragen, ob das Auto jetzt wirklich notwendig ist. Vielleicht ist eine Fahrradtour oder Busfahrt eine machbare Alternative? Wer sich mit dem Thema Mobilität beschäftigt, fängt am besten bei den alltäglichen Wegen an.

Eine nachhaltige Mobilität setzt auf ressourcenschonende Verkehrsmittel. Flugzeuge, Kreuzfahrtschiffe und Autos sind die Transportmittel, die die höchsten Emissionen haben. Die nachhaltigsten Alternativen sind zu Fuß, per Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Wer auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigt oder mit dem Fahrrad Wege zurücklegt, macht einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltig leben. Das Ausweichen auf Bus und Bahn oder das Fahrrad bietet Vorteile: mehr körperliche Bewegung für die eigene Gesundheit, keine Parkplatzsuche und weniger Stress im Stau. Durch den völligen Verzicht auf ein Auto lassen sich Kosten wie die Versicherung und Steuern sparen. Zusammen mit regelmäßigem Tanken und Wartung ist ein Jahresticket bei den regionalen Verkehrsmitteln günstiger als der eigene PKW.

Einen persönlichen Erfahrungsbericht zum Thema und über die Vielfalt der möglichen Alternativen findet Ihr im verlinkten Artikel: Leben ohne Auto.

Nachhaltige Bank & Grüne Geldanlagen nutzen

Auch im Bereich Finanzen stehen nachhaltige Optionen zur Verfügung. Geldinstitute arbeiten mit Geld. Sie investieren, vergeben Kredite und verwalten. Bei vielen Banken ist es für Kunden schwer, nachzuvollziehen, wie sie ihr Geld verdienen. Nachhaltige Geldinstitute setzen auf Transparenz. Sie konzentrieren ihre Geschäfte auf Projekte, die ökologischen und ethischen Richtlinien entsprechen. Diese Richtlinien sind für die Kunden einsehbar. Ökologische Banken zeigen, für welche Geschäfte und Investitionen ihr Geld genutzt wird. Zu den Sparten der Investitionen gehören beispielsweise erneuerbare Energien. Tabu sind Unternehmen, die bekannt sind für Waffenhandel oder Kinderarbeit.

Diese „grünen“ Banken sind eine Alternative zu den großen Geldinstituten, deren Aktivitäten sich vor allem auf die Gewinnmaximierung konzentrieren. Wer nur auf Gewinne achtet, hinterfragt nicht die Auswirkungen von Projekten auf die Umwelt oder Gesellschaft. Die als Ökobanken bekannten Alternativen funktionieren genauso wie die gewohnten Banken. Sie bieten Girokonten, Sparkonten, Tageskonten oder Aktien als Produkte. Mitunter haben Ökobanken weniger günstige Konditionen als klassische Banken. Bei ihnen ist nicht mit so hohen Renditen zu rechnen wie bei anderen Geldinstituten, deren Schwerpunkt auf den Gewinnen liegt. Wer sich diese Konditionen leisten kann, unterstützt mit einem Konto bei einer Ökobank ohne viel Mühe weltweit Projekte. Das Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwelt umfasst auch andere Bereiche wie Versicherungen und Vorsorge. Auch das Thema Grüne Geldanlagen sei an der Stelle noch einmal erwähnt.

Nachhaltige Putzmittel verwenden

Eine günstige Methode, um umweltbewusster im Haushalt zu handeln, ist der Verzicht auf Spezialreiniger und Chemiereiniger. Sie sind aus verschiedenen Gründen nicht nachhaltig: Zum einen gelangen ihre Inhaltsstoffe ins Wasser und es ist eine aufwendige Technik nötig, um sie herauszufiltern. Im schlimmsten Fall bleiben die Stoffe im Wasser und verschmutzen es. Zum anderen sind viele Putzmittel in Plastik verpackt. Ein weiterer Punkt, der gegen industrielle Reiniger spricht, ist ihre Verträglichkeit für die Gesundheit. Übermäßig oder falsch eingesetzt können sie zu Atemreizungen führen. Wer mit den Hausmittelchen nicht die gleichen Effekte wie mit den üblichen Reinigungsmitteln erzielt, setzt diese am besten sparsam ein. Eine umweltfreundlichere Alternative sind biologisch abbaubare und ressourcenschonend verpackte Reiniger.

Schonender sind Haushaltsmittel wie Natron, Essig oder Salz. Sie erzeugen weniger Verpackungsmüll und vielseitig einsetzbar. Vor allem Natron gilt als Universalputzmittel. Mit Natron lassen sich Backofen reinigen, Rohre vor Ablagerungen schützen oder Armaturen putzen. Essig hilft gegen Kalk und Salz ist als Scheuermittel einsetzbar. Wer Stück für Stück die vorhandenen industriellen Putzmittel mit weniger belastenden Mitteln ersetzt, schützt die Umwelt und die eigene Gesundheit. Beginnend bei den Spezialreinigern und Putzmitteln für das Bad lassen sich dann alle Reiniger für den Haushalt umweltschonend ersetzen. Schrittweise wird so der Haushalt plastikfreier und umweltfreundlicher.

Nachhaltige Fashion – Fair oder Secondhand kaufen

Nachhaltig leben fängt beim Konsum an. Jedes Produkt hat vor dem Kauf eine Geschichte: Wie werden die einzelnen Materialien gewonnen? Wie wird das Produkt hergestellt? Wie gelangt es an seinen Verkaufsort und zum Kunden? Das Herstellen von Waren verbraucht Energie und Ressourcen. Daher ist die einfachste Frage für das eigene Konsumverhalten: Brauche ich das wirklich?

Wer sich für den Kauf von neuen Sachen entscheidet, achtet am besten auf die Aspekte der Herstellung. Siegel geben Auskunft darüber, dass Waren ressourcenschonend entstehen. Es gibt unterschiedliche Siegel. Je nach ihrer Aussagekraft sind diese fairen und umweltverträglichen Produkte teurer als diejenigen, die keine Richtlinien beachten.

Eine andere, günstige Option sind Tauschbörsen oder Secondhand-Waren. Mit dem Kauf von Secondhand-Produkten lässt sich Müll reduzieren und Ressourcen schonen. Vor allem im Bereich Kleidung ist das clevere Einkaufen ein wichtiger Schritt zu einem umweltfreundlichen Lebensstil. Der Begriff Fast Fashion kennzeichnet die saisonal wechselnden Modetrends und billig hergestellte Bekleidung, die nicht lange hält. Zu jeder Saison kommen neue Teile heraus und landen wenige Zeit später im Müll. Secondhand-Kleidung, Tauschbörsen oder Kleinanzeigen bieten für annehmbare Preise Mode. Ein weiterer Schritt ist die richtige Pflege für die Textilie. Mit den geeigneten Waschprogrammen und der passenden Aufbewahrung halten Kleidungsstücke länger. Handwäsche kommt dann nicht sorglos in die Waschmaschine, sondern behält durch das schonende Waschen die Farbe und Form.

Daher schadet es nichts, auch mal dem Kleiderschrank auszumisten und sich von nicht mehr getragenen Kleidungsstücken zu trennen. Diese können ja vielleicht zum neuen Lieblingsstück eines anderen Secondhand-Käufers zu werden.

Nachhaltig Leben mit weniger Fleisch

Die Ernährung ist ein großer Bereich, bei dem Ressourcen wie Wasser, Boden und Luft verschmutzt werden. Die Massentierhaltung gilt als größter Verursacher von Treibhausgasen. Für den Anbau von Futterpflanzen für Nutzvieh roden Landwirte Waldflächen, betreiben Monokulturen und schädigen den Boden. Die Nutztiere und ihre Verarbeitung zu Fleisch verbrauchen Unmengen an Wasser, Energie und produzieren ebenfalls Gase.

Ressourcenschonend, umweltfreundlicher und vor allem tierfreundlicher ist es, auf Fleischprodukte aus der Massentierhaltung zu verzichten. Biofleisch aus der Region ist der beste Weg, den Fleischesser gehen können. Biohöfe behandeln die Tiere etwas artgerechter, achten darauf, woher die Futtermittel stammen und lange Transport- und Verarbeitungswege entfallen. Wer nicht auf Fleisch verzichten möchte, versucht am besten, fleischfreie Tage mit Bio-Fleischprodukten einzulegen, und sich grundsätzlich fleischarm zu ernähren. Übermäßiger Fleischkonsum, vor allem verarbeitete Produkte wie Wurst, wirkt sich schädlich auf die Gesundheit und den menschlichen Körper aus. Nur ein- oder zweimal in der Woche Fleisch zu essen, schützt die Umwelt und die eigene Gesundheit.

Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt und ökologischer leben möchte, erreicht das vor allem mit dem Motto: saisonal, regional und selbst gemacht. Denn so entfallen Transportwege, die Emissionen verursachen, einzelne Schritte der Verarbeitung, die Energie verbrauchen und Verpackungsmüll.

Weitere Inspirationen und unseren Saisonkalender für Obst & Gemüse findet Ihr übrigens in unserer Food-Rubrik mit zahlreichen Tipps und Ideen rund um vegetarische und vegane Ernährung.

Mehrwegverpackungen bevorzugen

Eines der größten Probleme für die Umwelt ist Müll. Plastikmüll, verbrannter Müll oder Mikroplastik beeinflussen den Boden, die Luft und das Wasser. Mikroplastik verschmutzt die Meere für den Menschen nicht sichtbar wie Plastikbecher oder anderer Müll. Die Wirkung auf die Wasserqualität und das natürliche Zusammenspiel des Ökosystems ist fatal. Die Lösung ist, weniger Müll zu produzieren. Im Alltag lässt sich das durch den Verzicht auf Einwegverpackungen umsetzen. Wer im normalen Supermarkt einkauft, kommt um Plastikverpackungen kaum herum. Nicht jeder hat Zeit, den örtlichen Wochenmarkt zu besuchen und dort gibt es nicht alle benötigten Produkte. Unverpackt-Läden sind mittlerweile zwar weit verbreitet, aber noch lange nicht überall. Einzelne Initiativen in den Supermärkten greifen das Problem auf. Für Obst und Gemüse stehen Papiertüten und Obstnetze zur Verfügung. Plastiktüten für den Einkauf gibt es nicht mehr gratis. Es empfiehlt sich, auf Stoffbeutel oder Rucksäcke für den Transport umzusteigen. Manche Supermärkte bieten an der Käse- und Fleischtheke an, eigene Behälter zu befüllen.

Ein erster Schritt für den umweltschonenden Einkauf führt in Richtung Mehrweg, dort wo es zumindest möglich ist. Am besten ist es, auf Glas und Papier bei Verpackungen zu setzen, da diese sich am umweltverträglichsten recyceln lassen. Glaspfandflaschen sind schwer, aber besser als PET. Milchprodukte, Getränke oder Konservengemüse sind in vielen Fällen in Glas verpackt verfügbar. Teilweise sind sie sogar Teil eines Pfandsystems. Biomärkte sind bei der Produktion und den Herstellungsprozessen der verkauften Waren häufig umweltbewusster. Bei den Verpackungen besteht allerdings Nachholbedarf. Auch in Bioläden findet sich oft Plastik und Kunststoff in den Verpackungen. Daher gilt, dass egal, wo der Einkauf stattfindet, Kunststoffe zu vermeiden, und Mehrwegflaschen zu bevorzugen sind.

Ökostrom nutzen

Kaum ein Schritt hin zum ökologischeren Handeln im Alltag ist einfacher als der Wechsel des Stromanbieters. Innerhalb von wenigen Minuten lässt sich bequem im Internet der passende Anbieter finden und wechseln.

Kohle, Öl und Gas als fossile Energiestoffe sind nicht nur dreckig durch die ausgestoßenen Emissionen. Ihr Abbau zerstört ganze Landstriche. Atomstrom wäre umweltverträglicher, gäbe es nicht die Frage nach dem Umgang mit dem Atommüll und die Gefahr eines Unfalls. Es widerspricht dem Prinzip der Nachhaltigkeit, Probleme wie die richtige Lagerung des Atommülls folgenden Generationen zu überlassen. Daher ist Atomstrom bisher keine umweltfreundliche Alternative zu Kohle und Gas. Erneuerbare Energien hingegen produzieren weniger Müll und sind ressourcenschonend und klimafreundlich.

Ökostrom entsteht aus Wind-, Sonnen- oder Wasserkraft. Eine weitere Variante der Stromgewinnung ist die aus Biomasse. Da bei der Verbrennung Abgase entstehen, ist die Herstellung nicht so umweltfreundlich wie die anderen drei Methoden. Ökostrom ist mittlerweile nicht mehr teurer als Strom aus fossilen Ressourcen. Bei einem Wechsel ist darauf zu achten, dass es sich wirklich um einen Ökostromanbieter handelt. Viele Stromanbieter nutzen den Begriff und produzieren zugleich Strom aus fossilen Stoffen. Bei einem Wechsel sind die klassischen Tipps zu beachten. Keine Vorkasse und flexiblen Vertragsbedingungen hinsichtlich der Zahlung und Laufzeit versprechen Seriosität. Achtet dabei auch immer auf die renommierten Ökostrom-Siegel.

Nachhaltig leben – Einfach Kleine Schritte machen und anfangen

Nachhaltiger leben ist für viele Menschen mit steigenden Preisen und Mühe verbunden. Aber mit einigen, wenigen Schritten lässt sich das eigene Verhalten umweltfreundlicher gestalten. Wer zuerst ein Bewusstsein dafür schafft, erkennt, dass es nicht nur Verzicht bedeutet. Kleine Entscheidungen kann jeder Mensch ohne große Einbußen treffen. Nachhaltig leben heißt, sich über die Herkunft und die Auswirkungen von Produkten zu informieren. Ein bewussterer Konsum hilft letztendlich, Geld zu sparen oder andere Optionen wahrzunehmen. Nachhaltigkeit führt dazu, die eigene Region, die regionalen Hersteller kennenzulernen und sich neue Themen zu erschließen.

Wer den ersten Schritt wagt, entdeckt viele andere Möglichkeiten, sein Verhalten umweltbewusster zu gestalten. Das trifft alle Bereiche des Alltags ob den Haushalt, die Hobbys oder den Beruf. Warum nicht mal eine neue, grüne Suchmaschine nutzen oder zum Wochenmarkt gehen? Es ist nicht nötig, gleich den gesamten Lebensstil umzukrempeln. Wesentlich effektiver ist es, mit Entdeckerlust neue Sachen auszuprobieren und diese bei Gefallen beizubehalten.

Weitere Anregungen zu mehr Nachhaltigkeit in Eurem Leben dazu findet Ihr übrigens in unserem Artikel Nachhaltigkeit – Was kann ich tun?

Leben ohne Auto – Ein Erfahrungsbericht & aktuelle Alternativen

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Ein Leben ohne Auto ist möglich und bietet viele Vorteile – für das Konto, die Gesundheit und das gute Gewissen. Meine Erfahrungen, aktuell genutzten Alternativen und Ideen zum Thema möchte ich im folgenden Beitrag teilen. Fokus liegt hierbei auf die Fortbewegung im Alltag; weite Urlaubsreisen / Flüge etc. wären nochmal ein eigenes Kapitel.

Die Vorgeschichte

Bis vor einigen Jahren besaß ich selber noch ein Auto, welches sich aber aufgrund der Nähe zu einer U-Bahn-Station hier in Hamburg und der Änderung der eigenen Haltung zu unseren Herzensthemen Umweltschutz und Nachhaltigkeit mit der Zeit immer mehr “todgestanden” hat. Somit habe ich es irgendwann schweren Herzens verkauft und habe mich unmittelbar danach und erstaunlicherweise eher befreit als eingeschränkt gefühlt. Das ist besonders beachtlich, da ich zuvor und seit dem 18. Geburtstag IMMER ein Auto hatte und es auch stets mit viel Wertschätzung und Freude genutzt und auch mal daran gebastelt habe.

Natürlich traten nach Verkauf des Wagens zeitnah viele neue Situationen auf, um die ich mir vorab wenig Gedanken gemacht habe und die demnach nach neuen Überlegungen und Lösungen verlangt haben. Bei der Suche nach Alternativen für den jeweiligen Bedarf habe ich dabei auch möglichst immer die Aspekte Umweltfreundlichkeit, Nachhaltigkeit, Komfort und Kosten im Blick gehabt. Dazu mehr im folgenden Abschnitt.

Disclaimer: Mir ist bewusst, dass sich die folgenden Punkte nicht überall abbilden lassen und ich teile hier lediglich meine eigene Situation und Erfahrungen mit. Im ländlichen Raum sieht es mit dem Bedarf um ein eigenes Auto schon ganz anders aus. Auch für Familien und Menschen mit Einschränkungen kann sich die Situation gleich ganz anders darstellen. Dennoch möchte ich hier einmal aufzeigen, welche Vielfalt wir mittlerweile an vielen Orten zur Verfügung haben, wenn es um unsere eigene Mobilität geht.

Meine aktuellen Mobilitätslösungen – Es gibt viele Wege zum Leben ohne Auto

Und wie komme ich aktuell von A nach B? Im Laufe der Zeit stellte sich im Kopf eine ganz andere Haltung zu dem Thema Fortbewegung ein. Habe ich heute eine Tour vor mir, schaue ich ganz automatisch in den Apps der Bahn oder den bekannten Carsharing-Anbietern nach oder ich schwinge mich aufs Rad, laufe auch gern einige Strecken – es gibt eine große Vielfalt an Möglichkeiten, von denen ich einige selbst genutzte hier kurz vorstellen möchte:

Öffentlicher Nahverkehr – ÖPNV

Der Klassiker – hier in Hamburg sind wir mit dem HVV wirklich gut aufgestellt, was das Thema öffentlicher Nahverkehr angeht. Qualität und Taktung passen weitestgehend und viele Arbeitgeber subventionieren das Ticket-Abo sogar, sodass U-Bahn, Bus und S-Bahn für viele Pendler noch immer das Mittel der Wahl sind. Ich nutze den ÖPNV nahezu täglich, um zur Arbeit oder “in die City” zu kommen.

Update Juli 2020: Durch die Corona-Situation stellt sich die Lage diesbezüglich noch immer etwas geändert dar. Ich fahre weniger, dennoch wird der ÖPNV von vielen wieder stark genutzt, zumindest nach eigenen Beobachtungen.

Die Bahn kommt… und manchmal sogar pünktlich

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Die Deutsche Bahn als Alternative zum eigenen Auto
(Foto: Unsplash / Daniel Abadia)

Für Wochenendbesuche bei der Familie und weitere Touren nutze ich in der Regel das Angebot der Deutschen Bahn. Zusammen mit einer Bahncard 25 und rechtzeitiger Buchung (und damit verbunden die Nutzung der Sparpreise) komme ich so schon seit einigen Jahren entspannt und vergleichsweise günstig durchs Land, auch wenn es – wie sollte es auch anders sein – hier und da mal klemmt. Dennoch weiß ich es mittlerweile sehr zu schätzen, während der Fahrt zu schreiben, zu lesen oder auch einfach mal ein paar Schritte gehen zu können oder eine Runde die Augen zuzumachen , was auf der Autobahn eher seltener möglich war. Zudem lerne ich in der Bahn auch immer wieder mal interessante Menschen kennen, so dass jede Fahrt auch wieder Neues bringt.

Für Fahrten ins Umland nutze ich auch gerne die bundeslandbezogenen Gruppentickets. Gerne fahre ich am Wochenende mal ans Meer und habe dabei das große Glück, mit Hamburg einen guten Ausgangspunkt für Tagestouren an Nord- und Ostsee zu haben. Hier bietet sich dann z.B. das Schleswig-Holstein-Ticket an, mit dem man für 29 € einen ganzen Tag lang alle Regionalzüge des Bundeslands nutzen kann. Für nur 3 € mehr kann eine zweite Person mitfahren, so dass letztlich jeder nur noch 16 € für eine Fahrt nach Sylt und zurück zahlen würde. Schnapper! Das Ganze gilt für Gruppen mit bis zu 5 Personen (Kosten: 45 € – was 9 € pro Fahrgast bedeutet). Details und mehr Infos zu den Regionaltickets findet Ihr auf der DB-Seite für Tickets pro Bundesland.

Carsharing – Share Now & Co.

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Carsharing als Alternative zum eigenen Auto
(Foto: Unsplash / Share Now)

Der Markt der Carsharing-Angebote ist nach wie vor in Bewegung. Es wird ausgebaut, konsolidiert, andere Anbieter verschwinden wieder – dennoch ist Carsharing weiterhin ein Konzept der Zukunft, da der Individualverkehr nach Meinung vieler Experten gerade in Ballungsräumen längst als überholtes und nicht dauerhaft tragbares Konzept gilt – Stichwort: Verkehrskollaps, Abgase und Platzverbrauch der Straßen-Infrastruktur, den man für Radwege oder Grünflächen etc. besser nutzen könnte. Carsharing ist im Rahmen von mehr Nachhaltigkeits-Entwicklung und Stadtplanung somit ein wichtiger Aspekt. Bei einer ausreichend großen Flotte (und somit hohe Anzahl an verfügbaren Autos, die nicht kilometerweit entfernt stehen, was für die Akzeptanz der Angebote sehr relevant ist) ist Carsharing daher auch für mich immer eine nette Alternative, besonders wenn man z.B. am Wochenende abends nicht mehr mit den “Öffis” fahren möchte (dann aber nur nüchtern natürlich!) oder den Einkauf aus dem Supermarkt, Baumarkt etc. nicht anders transportieren kann oder will.

Mittlerweile stoßen auch Anbieter mit etwas anderem Konzepten auf den Markt, wie z.B. MILES, bei denen man nach Strecke und nicht nach Zeit abrechnet, was ich gerade in den stets vollen Straßen der Großstadt wirklich sehr fair finde. Ich bin gespannt, wie sich das Modell in den kommenden Jahren weiterentwickelt.

Mietwagen

Noch immer der Klassiker, wenn auch aus Klimasicht noch nicht optimal. Für Tages- und Wochenendtouren und damit verbundenem Wunsch nach Flexibilität oder der Möglichkeit, auch mal mehr transportieren zu können, als in einen Koffer oder Rucksack passt, ist es für mich noch immer das Fortbewegungsmittel der Wahl, sollten die oben genannten (ÖPNV, Carsharing und DB) zeitlich oder örtlich nicht passend zur Verfügung stehen können.

Taxi, Moia & Uber

Nutze ich äußerst selten, nicht zuletzt aus Kostengründen. Die Konzepte selbst sind natürlich weiterhin wichtig und attraktiv, wenn auch die Einen gerne über die Anderen schimpfen. In den letzten 3 Jahren bin ich vielleicht 4x Taxi gefahren – dann meist Nachts (Rückweg von Parties etc.) oder weil die Anbindung der bevorzugten Alternativen in den Fällen doch etwas mau war.

Bikesharing – Stadtrad & Co.

Ich bin großer Fan von Bikesharing-Modellen. Sie sind ideal für kurze Strecken und falls ich doch einmal zeitsparend, aktiv und ohne ÖPNV von A nach B kommen möchte.

In Hamburg haben wir mit dem Stadtrad einen guten Anbieter an der Hand, der mit einem gut ausgebauten Netz und vielen, qualitativ guten Rädern punkten kann. Auch Lastenräder lassen sich ausleihen. Das Konzept gibt es mittlerweile in vielen größeren Städten.

Vor- und Nachteil: Die Abgabe erfolgt immer an festen Stationen, um die Buchung korrekt beenden zu können. Das verhindert zwar das “Wildparken” wie bei den E-Scootern, mindert die Flexibilität jedoch auch etwas, womit ich aber in den meisten Fällen gut leben kann.

Fahrrad-Leasing über den Arbeitgeber

Ein Leben ohne Auto wird mittlerweile auch von Firmen unterstützt. Immer mehr setzen mit dem Angebot, ein Fahrrad über die Firma leasen zu können, ein Zeichen für mehr Umweltfreundlichkeit, Nachhaltigkeit und Steigerung der Attraktivität für ihre (potentiellen) Mitarbeiter.

Beim Fahrrad-Leasing könnt Ihr Euch über einen Leasing-Anbieter bei einem Partner-Fahrradladen oder -Shop ein Bike aussuchen und der Dienstleister klärt die Formalien mit Eurem Arbeitgeber. Ihr zahlt dann eine monatliche Rate, die direkt vom Bruttolohn einbehalten wird. Nach einem vorab definierten Zeitraum könnt Ihr dann entscheiden, ob Ihr das Bike behalten oder zurückgeben wollt. Behalten kann sich lohnen, denn insgesamt spart man durch die Steuervorteile auf diesem Weg einiges – das können Euch die Anbieter oder Eure Firma aber sicher besser erklären. 😉 Weiterer Vorteil: Das Rad könnt Ihr dann dienstlich und privat nutzen, auch können Familienmitglieder darüber mit neuen Rädern versorgt werden. Oft ist im Leasing-Zeitraum auch ein Servicepaket enthalten, sodass Ihr immer ein zuverlässiges Fahrrad zur Verfügung habt. Ein großer Anbieter ist hier z.B. Jobrad – auf deren Website Ihr auch mehr zur Funktionsweise und Abwicklung erfahren könnt. Anbieter gibt es hier aber noch weitere – fragt daher doch einfach mal in der Personalabteilung nach, ob auch Euer Arbeitgeber etwas in der Art anbietet. Oder Ihr bringt es mal als Verbesserungsvorschlag für mehr Umweltfreundlichkeit ein, sollte Eure Firma das Thema noch nicht kennen. 😉 Besonders vor dem Hintergrund der steigenden Bedeutung des Corporate Social Responsibility – Themas eine interessante Möglichkeit und Win-Win für Arbeitgeber, Mitarbeiter und Umwelt.

Fahrräder lassen sich auch mieten

Auch spannend ist in dem Zusammenhang die Möglichkeit, ein Fahrrad einfach zu mieten, wie es z.B. bei Swapfiets möglich ist. Ein interessantes Konzept, was ich bald auch selber einmal ausprobieren möchte. Hier kann man ein Bike inkl. Service mieten – das Angebot ist mittlerweile in immer mehr Städten verfügbar.

E-Scooter 

Von E-Scootern halte ich aktuell wenig, möchte sie dennoch in die Gesamtbetrachtung einbeziehen. Der Sinn hat sich mir leider noch nicht wirklich erschlossen, nutzen viele Menschen diese Teile doch eher, um auch die letzten paar Hundert Meter von der Bahn nach Hause nicht laufen zu müssen. Zudem stehen sie (zumindest hier in Hamburg) noch immer wild in der Gegend herum und fallen mir meist auch nur dann auf. Weiterhin gelten sie für viele auch als unnötiger Elektroschrott, da ihre Haltbarkeit durchaus begrenzt ist. Und so günstig sind E-Scooter auch nicht in der Ausleihe… daher laufe ich die Strecken dann doch lieber, die mit den E-Scootern grundsätzlich abgedeckt werden sollen.

Weitere Alternativen zur Fortbewegung ohne Auto

Laufen

Ja, Ihr lest richtig! Eine völlig unterschätzte Form der Fortbewegung, wenn man so manche Leute sieht (s. E-Scooter oben). Ich laufe sehr gerne und lasse – sofern es zeitlich möglich ist – dafür auch gerne Fahrrad und ÖPNV links liegen. Es ist kostenlos, gesund und garantiert umweltfreundlich. Außerdem lässt es Zeit, sich auch mal umzuschauen, was sonst oft zu kurz kommt. Und für die eigene Gesundheit schadet es auch nix, mal eine Station eher aus Bus und Bahn auszusteigen und die restliche Strecke zum Ziel zu Fuß zurückzulegen. Für Besitzer einer Smartwatch mit täglichem Schritteziel ist es sogar ein wichtiger Aspekt, denn wer nicht noch extra Sport macht und dazu einen Bürojob hat und viel sitzt, hat es im Alltag oft schwer, das anvisierte tägliche Schrittzahl zu erreichen. 😉

Freunde fragen, die ein Auto besitzen

Sicher ein etwas streitbarer Punkt – ich frage sehr ungern andere, ob sie mich fahren können oder ob ich ihr Auto ausleihen kann. Ich möchte möglichst autark entscheiden und nicht das Gefühl haben, andere “anzubetteln” auch wenn es vielleicht gar nicht so gesehen wird. Ist sicher alles Einstellungssache, aber bisher bin ich noch ohne diese Möglichkeit ausgekommen.

Außerhalb der Städte ist noch viel zu tun

Alle vorangegangenen Beispiele zeigen, dass es zumindest im städtischen Umfeld mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten gibt, sich fortzubewegen und ein Leben ohne Auto zu ermöglichen. Jetzt kommt dennoch ein großes ABER: Im ländlichen Raum profitiert man von vielen Vorteilen noch nicht.

Auf unserem Instagram-Account erhalten wir bei diesem Thema immer durchaus gemischtes Feedback. Als Städter ist es natürlich vergleichsweise einfach, Alternativen zum Auto zu finden. Anders sieht es dann schon in ländlicheren Gegenden aus, die kaum an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sind und wo auch die Infrastruktur nicht so dicht gesiedelt ist. Wenn der nächste Supermarkt ein paar Kilometer entfernt ist, geht es oft nicht ohne ein eigenes Auto.Und auch das Ärztenetz wird immer dünner (aktuell ein viel diskutiertes Thema) und gerade ältere Menschen sind dann auf eine Mitfahrmöglichkeit angewiesen, wenn sie ihren Arzt besuchen wollen/müssen. Hier helfen dann oft nur private Kontakte, Taxis oder selbst organisierte Fahrgemeinschaften. An der Stelle gibt es auf jeden Fall noch großen Nachholbedarf.

Leben ohne Auto – Zusammenfassung und Ausblick

DEN optimalen Weg gibt es daher wohl leider noch nicht und manchmal geht das autofreie Leben auch auf Kosten des Komforts und der Flexibilität. Dennoch lebe ich mittlerweile seit mehreren Jahren diesen Weg und habe noch für jede Angelegenheit und Reise eine passende Alternative gefunden. Und neben dem guten Gefühl, wieder eine Kleinigkeit zum Schutz der Umwelt und besseres Klima beigetragen zu haben, ist es natürlich auch eine stets spürbare Kostenersparnis, da ich keinerlei laufende Kosten für ein Auto habe. Versicherungen, Wartung, Wertverlust, Reifenwechsel, Wäsche etc. – all’ das kann ich mir sparen – finanziell und zeitlich. Macht den Kopf auch gleich ein Stück freier. 😉

Und doch ein Geständnis: Manchmal vermisse ich das eigene Auto

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Ein (eigenes) Auto ist auch immer noch ein Gefühl von Freiheit
(Foto: Unsplash / Averie Woodard)

Es gibt trotz aller komfortablen Alternativen immer mal Momente, in denen ein eigenes Auto praktisch oder einfach “nice to have” wäre. Einfach reinsetzen und losfahren, wann und wohin ich will – immer eine gewisse Freiheit dabei verspüren, wie toll! Aber sind das vielleicht noch verbliebene alte Denkmuster? Wie sich im Verlauf des Artikels zeigt, gibt es für 99% der Fälle eine gute Lösung und den damit manchmal verbundenen Planungs – und Organisations-Aufwand merke ich mittlerweile kaum noch. Dennoch kann ich es nicht leugnen, dass Autofahren auch Spaß macht, wenn man nicht gerade im Feierabendverkehr oder Stau steht. Und es gibt mit Tesla und neueren E-Autos auch Modelle und Technologien, die ich einfach interessant und schick finde. Aber das kann und darf aktuell kein Argument sein, wieder auf ein eigenes Auto umzuschwenken, zumal diese Autos es auch preislich noch ganz schön in sich haben und die Lade-Infrastruktur bekanntermaßen noch verbesserungswürdig ist – mal vom Problem der Akkus (Haltbarkeit und Umstände der Förderung der notwendigen Rohstoffe) ganz abgesehen.

Leben ohne Auto für immer? Sicher nicht!

Daher warte ich aktuell mit einer erneuten Anschaffung, bis Technologien, Infrastruktur und Bedarf im Einklang sind. Ich sehe E-Autos z.B. aktuell eher noch als Zwischenlösung und bin gespannt, was sich im Bereich der Wasserstoff-Technologien in den nächsten Jahren noch so tut. Solange möchte ich möglichst mit dem Kauf eines Autos warten.

Es kann sich natürlich aus privaten oder beruflichen Gründen schnell ein Bedarf ergeben, der dann aus Vernunft gedeckt werden muss. Sei es ein Umzug in eine Ecke, die weniger gut mit Alternativen aufgestellt ist; Gleiches gilt für einen möglichen neuen Arbeitgeber, der “ungünstig” liegt. Und was ist, wenn man ganz unverhofft Nachwuchs bekommt und viel mehr Flexibilität und Platz benötigt? Auch kann ich mir vorstellen, später mal einen Camper oder umgebauten Transporter zu fahren, um flexibel und individuell reisen zu können, sofern es da sparsame und umweltfreundliche Modelle gibt.

So oder so ist das Auto ein Thema, dass mich, das Nachhaltify-Team und sicher viele andere Menschen aktuell sehr beschäftigt. Wir bleiben am Ball und sind gespannt, wie sich das Ganze noch entwickeln wird. Bis dahin bleibe ich aber autofrei und happy mit den vielen zumeist umweltfreundlicheren Alternativen, die uns geboten werden. 🙂

Titelbild:Photo by Blubel on Unsplash

Seifenblasen selber machen – ohne Glycerin

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Seifenblasen selber machen – geht auch ohne Glycerin ganz einfach. Mir war es wichtig ein Rezept ohne Glycerin zu finden, weil ich Zutaten brauche, die ich immer zuhause habe.

Wenn kleine Kinder die Seifenblasen auskippen…

Denn wer kennt es nicht: Die Kinder wollen IMMER selbst die Seifenblasen halten, bücken sich einmal und kippen sich alles auf die Schuhe🤣 Dann ist es Sonntag, es gibt keinen Nachschub und die Seifenspielerei hat ein jähes Ende. Soviel Seifenblasen können und wollen wir gar nicht nachkaufen. Wir befüllen sie dann selbst wieder und machen sie auch nur hab voll, damit nicht so viel ausgekippt werden kann.

Ich übertreibe natürlich ein bisschen, aber ist schon SEHR oft passiert und daher hier ein “Notfallrezept für Seifenblasen”.

ANLEITUNG: Seifenblasen selber machen – ohne Glycerin

…und mit einfachen Zutaten, die man immer zuhause hat.

  1. Einen großen Becher mit Wasser (200-250ml) in einen kleinen Topf gießen.
  2. Drei Esslöffel Spülmittel hinzugeben, gut umrühren und 10-15 Minuten stehen lassen. 
  3. Etwas Pflanzenöl (nur wenige Tropfen) hinzugeben.
  4. Dann können die Seifenblasen auch direkt schon genutzt werden.

Ergebnis: So richtig viele werden es zwar nicht, auch sind keine Riesenseifenblasen zu erwarten. Aber es ist ein schnelles, einfaches Rezept, wenn die Kinder gerade unbedingt Seifenblasen spielen wollen und es gibt einen weiteren Vorteil, den ich beobachtet habe. Die selbstgemachten Seifenblasen halten zum Teil beeindruckend lange und lagen zum Teil Minutenlang auf dem Rasen. Das war super zu beobachten und genau so ist auch mein Foto oben entstanden.

Warum ohne Seifenblasen ohne Glycerin?

Dabei verzichten wir bewusst auf Glycerin, weil Glycerin aus Erdöl oder Palmöl hergestellt wird. Weil wir beides aus ökologischen Gründen vermeiden wollen, ersetzen wir sie ganz bewusst. Zudem hatte ich kein Glycerin zuhause und wollte natürlich nicht extra welches bestellen. 

Kommentiert unseren Beitrag gerne, wenn ihr Seifenblasen liebt und wenn ihr auch schon einmal selbst gemacht habt, dann schreibt uns gerne welche Erfahrungen ihr gemacht habt.

6 Tipps zum Stromsparen im Homeoffice

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Stromsparen im Homeoffice

Stromsparen im Homeoffice geht einfach, wenn ich bewusst an einige “Stromspar-Klassiker” denke, wie bspw. den Rechner ausmachen, wenn ich ihn nicht wirklich benötige.

Auch wir als Nachhaltify-Team arbeiten in unseren Jobs aktuell zum größten Teil im Homeoffice und haben ein paar einfache Tipps zusammengestellt um stromsparend und nachhaltig den Büroalltag zu Hause gestalten zu können und das nicht nur zu Coronazeiten.

Ich habe auf schnelle und einfache Tipps geachtet, die nicht mit “Stromverbrauch messen” oder “Stromanbieterwechsel” zu tun haben sondern direkt umsetzbar sind. Denn wer setzt sich im Homeoffice schon hin, kauft sich ein Strommessgerät und vergleicht alle Geräte bevor es morgens an die Arbeit geht? Strom messen und Strommessgeräte sind zweifelsfrei ein sehr guter Weg um im Haushalt starke Stromverbraucher zu entdecken. Energiekostenmessgeräte gibt es bspw. von Brennenstuhl auch schon für ca. 15 EUR, aber jetzt für das Homeoffice braucht es aus unserer Sicht andere Tipps.

Stromsparen im Homeoffice mit 6 einfachen Tipps

  1. Besser einen Laptop als einen PC verwenden, weil diese meist weniger Strom benötigen
  2. Tageslicht nutzen, also die richtige Position des Arbeitsplatzes zuhause wählen, sodass man kein oder wenig Licht anschalten muss. Dabei gilt auch Licht ausschalten in den Räumen, in denen Du nicht bist und natürlich sind LED-Leuchtmittel energiesparender als alte Glühbirnen.
  3. Stromsparmodus vom PC oder Laptop aktivieren bzw. so einstellen, dass er schon nach kurzer Zeit anspringt. So kann bspw. auch  während längerer Telefonaten oder in der Mittagspause Strom gespart werden.
  4. Nebenbei-Geräte ausschalten – also alles was nicht wirklich gebraucht wird. Ist das Musikstreaming den ganzen Tag notwendig?
  5. am Feierabend Geräte ganz ausschalten. Hier reicht nicht der Sleep oder Stromsparmodus, sondern am besten Rechner ganz runterfahren. Da gilt im Übrigen auch für den Router. Oder braucht ihr die ganz Nacht WLAN?
  6. Zusatztipp: Thermoskannen mit Tee oder Kaffee können Strom sparen, weil der Wasserkocher oder die Kaffeemaschine seltener eingeschaltet wird. Kleinvieh spart auch Strom 🙂

Stromsparen im Homeoffice – Stromanbieterwechsel

So, jetzt kommt am Ende doch noch der Tipp zum Stromanbieterwechsel, denn natürlich können so Stromkosten gespart werden. Wer aber auch Nachhaltigkeit achtet, dem geht es nicht nur um Kostensenkung, sondern der achtet allgemein daraus möglichst viel Strom zu sparen. Einer zweiter Aspekt wie man sich neben Stromsparen im Homeoffice noch aktiv für die Umwelt einsetzen kann ist die Wahl eines Ökostromanbietern.

Hier ganz klar unsere Empfehlung auf Ökostromsiegel zu achten, dazu lest im am besten unseren Ratgeber-Ökostromsiegel zu dem Thema. Hier wird erklärt welche Siegel es gibt und was die Siegel genau bedeuten.

 

Photo by Dayne Topkin on Unsplash

8 Tipps um lokale Unternehmen in der Corona-Krise zu unterstützen

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Die Corona-Krise betrifft uns alle. Viele Menschen haben bereits ihre Arbeit verloren, zahlreiche Betriebe mussten schließen. Ob sie je wieder aufmachen können, hängt auch von deinem Engagement ab. Denn mit deiner Kaufentscheidung triffst du täglich eine Wahl! Erfahre hier wie du lokale Unternehmen in Zeiten des Coronavirus unterstützen kannst – und ganz nebenbei noch für mehr Nachhaltigkeit sorgst.

1. Termine nicht stornieren, sondern verschieben

Hast du von deiner Freundin Tickets für dein Lieblingstheater bekommen und die Veranstaltung musste abgesagt werden? Statt dir das Geld auszahlen zu lassen, warte ab und lass dir einen Gutschein ausstellen. Damit unterstützt du das Theater und kannst so hoffentlich auch in Zukunft noch eine Vorstellung besuchen. Gleiches gilt für Termine im Massagestudio oder beim Kosmetiker, Konzerttickets oder Kochkurse, für die du bereits bezahlt hast. Nach einem Gutschein zu fragen statt das Geld zurückzufordern, hilft kleinen Betrieben enorm. Du kannst sogar noch einen Schritt weitergehen und in diesen Zeiten den Betrieb deiner Wahl mit dem Kauf eines Gutscheins unterstützen! Die Betreiber werden sich freuen! Das funktioniert übrigens auch mit Kleidung. Auf Stammi.de (Seite aktuell nicht erreichbar – Stand 05.09.2021) gibt es eine Übersicht über Läden, bei denen du online Gutscheine kaufen kannst. Wenn die Krise vorbei ist, kannst du dir dann etwas gönnen, dich für deine Disziplin während der Zeiten des Coronavirus belohnen und dir ein neues Outfit zulegen.

2. Mach eine kleine Freude mit Blumen oder Geschenken

Du kannst deine Mama wegen des Coronavirus an ihrem Geburtstag nicht besuchen? Nicht wie immer sonntags mit Oma Kuchen essen? Oder hast deine beste Freundin schon lange nicht mehr anders gesehen, als durch die Webcam? In solchen Zeiten kann man mit kleinen Gesten ganz einfach ein Lächeln aufs Gesicht der Lieben zaubern. Wie wäre es, wenn du online Blumen bestellst? Am besten du googelst (oder nutzt Ecosia) nach dem Blumenladen in deiner Nähe und rufst einfach einmal an oder schreibst deine Bestellung per E-Mail. Gleiches gilt für Geschenkläden. Oft findest du dort liebevoll in Handarbeit hergestellte Unikate und Geschenkideen, die von den Ladenbesitzern mit Bedacht ausgewählt wurden. Oder wie wäre es mit einer schönen Geschenkkarte * von diese-klappkarten.de? Sieht nach einem reinen Onlineshop aus? Nicht ganz – auch dieses Unternehmen vertreibt vorrangig über lokale Händler, die aktuell selber geschlossen sind oder Probleme haben. Manchmal muss man in der Tat etwas um die Ecke denken, um den Richtigen zu helfen.

3. Lies mal wieder ein Buch

Gerade können wir all die Dinge machen, für die wir sonst keine Zeit finden. Vielleicht ein gutes Buch lesen? Statt wie gewohnt auf Amazon zu bestellen, kannst du dich auch online nach kleineren Buchläden umsehen, die nun auch Lieferungen anbieten. Informationen dazu findest du entweder über die Webseite, per E-Mail oder Anruf heraus. Selbst wenn auf der Internetpräsenz dieser Service noch nicht angeboten wird, vielleicht macht dein Anruf den Unterschied und der kleinen Buchhandlung ums Eck gefällt die Idee mit der Lieferung. Vielleicht ist deine Lieblingsbuchhandlung ohnehin schon dabei! Schau einfach auf Genialokal, dort findest du kleine Anbieter und lokale Unternehmen und kannst direkt online Bücher bestellen. Nicht immer ist Amazon übrigens die günstigste Lösung. Wenn du bedenkst, dass du auch die Lieferkosten tragen musst, kann es unterm Strich sogar günstiger sein, dein Buch bei einem Laden in deiner Umgebung zu bestellen. In puncto Nachhaltigkeit sammelst du in jedem Fall Pluspunkte, schließlich muss die Ware nicht einmal quer durch Deutschland transportiert werden.

4. Bestell dein Lieblingsessen nach Hause

Dein Stammcafé hat zu und auch dein Lieblingsrestaurant ist geschlossen? Ruf an und frage, ob sie einen Lieferservice bieten, vielleicht inspiriert das den ein oder anderen Gastronomen dazu, in neue Gefilde vorzudringen. Eventuell ist auch Selbstabholung eine Idee – so kommst du zu deinem leckeren Essen und das Restaurant zu ein wenig Umsatz. Wenn sich die Idee herum spricht, umso besser. Auf den Webseiten Gastroretter, Ladenretter, LocalGastro und vielen mehr findest du schon eine kleine Auswahl.

5. Backfrische Brötchen zum Quarantäne-Frühstück

Du träumst auch in Zeiten des Coronavirus von backfrischen Brötchen? Finde heraus, ob dein Bäcker ums Eck noch offen hat, bei vielen ist das der Fall. Es müssen lediglich bestimmte Sicherheitsbedingungen eingehalten werden. Je nach Ladengröße darf man zum Beispiel nur einzeln eintreten. Die leckeren Brötchen gibt es trotzdem noch und du leistest mit dem Kauf einen wichtigen Beitrag. Wie wichtig der ist, machte der Bäcker Gerhard Bosselmann aus Hannover klar, der online eine Berühmtheit wurde. Mit Tränen in den Augen ruft er die Menschen auf: “Bitte gehen Sie zu Ihrem Bäcker um die Ecke – scheißegal, wie der heißt. Gehen Sie einfach hin, denn Sie retten damit Arbeitsplätze!”

6. Unterstütze lokale Unternehmen: Support your local fitness club

Von der Krise betroffen sind nicht nur Buchhandlungen, Restaurants und Cafés, sondern auch kleine Fitnessclubs, Tanzschulen oder Yogakurse. Diese kann man ebenfalls während der Krise unterstützen. Manche der Studios bieten aktuell Online-Fitness-, Yoga- oder Tanzkurse an. Das ist ein super Service, den Sportfans wahrnehmen sollten. Im Idealfall animiert ihr auch eure Freunde, online teilzunehmen, so wird eine größere Reichweite generiert und ihr werbt potentielle neue Kunden. Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit, dem Kursleiter einen virtuellen Kaffee zu spendieren. Das ist nicht nur als gute Geste sehr wertvoll und unterstützt die Moral, sondern spült ein wenig Kleingeld in die Kassen. Wenn du kein Fans von Gruppenkursen bist, kannst du bei deinem lokalen Fitnessclub auch anfragen, ob sie beispielsweise die Hantelsets verleihen. So musst du dir kein teures Set für zuhause kaufen und das Gym bekommt immerhin eine kleine Unterstützung. Aber Achtung: Desinfizieren nicht vergessen!

7. Coronavirus oder nicht: Kaufe lokal

Versuche lokal einzukaufen, auch während der Krise. Viele kleine Bioläden dürfen noch geöffnet haben. Jeder Einkauf zählt! Das gilt bei den kleinen ganz besonders. Wenn du nicht selbst in den Laden gehen möchtest, frag nach, ob sie auch liefern. Darüber hinaus gibt es zahlreiche kleine Anbieter von Gemüse- und Obstkisten, bei denen du entweder einmalig bestellen oder ein Abo abschließen kannst. So ernährst du dich gesund und tust gleichzeitig etwas Gutes für dein Viertel – perfekt! Auf https://supporting.guru kannst du auch online bei kleinen Anbietern stöbern. Auch nach der Krise ist es aufgrund der Nachhaltigkeit übrigens sinnvoll, lokale Unternehmen zu unterstützen. Damit sorgst du dafür, dass die Vielfältigkeit nicht ausstirbt und nicht nur große Ketten überleben.

8. Gefällt mir!

Wenn du dich wirklich zu nichts anderem überreden lässt, dann unterstütze kleine Läden online. Das geht bequem vom Sofa aus, indem du ihre Social Media-Kanäle abonnierst, ein „Gefällt mir“ oder einen Kommentar hinterlässt oder dir einen Beitrag abspeicherst. Zwar können sich die Unternehmen von Followern und Likes nichts kaufen. Immerhin erhöht die virtuelle Liebe aber den Traffic und verbessern ihre Online-Präsenz, was langfristig die Marke stärkt. Es bringt nicht direkt Geld in die Kassen, aber ist besser als nichts. Es gibt auch Hashtags, mit denen du lokale Läden unterstützen kannst. Mit #findyourbookstore kannst du den Buchladen um die Ecke auch online promoten, der so neue Kunden findet. Gleiches gilt für #supportyourlocal – support your local – womit du den kleinen Laden um die Ecke unterstützt.

Schon der griechische Philosoph Sokrates wusste: „Wer die Welt bewegen will, sollte erst sich selbst bewegen.“ – Veränderung fängt bei uns selbst an. Wer lokale Unternehmen in Zeiten der Krise unterstützt, tut Gutes und trägt zu einer Welt mit mehr Nachhaltigkeit und Menschlichkeit bei.

Wenn ihr rausgeht, um euch ein Essen abzuholen oder bei einem lokalen Unternehmen wie dem Bioladen ums Eck einzukaufen, denkt daran: Wascht euch danach die Hände und bildet draußen keine Grüppchen. Abgesehen davon: Herzlichen Glückwunsch! Mit diesem Einkauf habt ihr die Welt ein kleines bisschen besser gemacht. Die lokalen Unternehmen werden es euch danken.

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